Narren stürmen Ulms Rathaus – die fünfte Jahreszeit bricht an
Ulms Rathaus ist wieder in Narrenhand – die Fasnacht hat begonnen
Zum Auftakt der diesjährigen Fasnachtfeierlichkeiten hat das Ulmer Rathaus erneut den Narren weichen müssen. Oberbürgermeister Martin Ansbacher und Neu-Ulms Bürgermeisterin Katrin Albsteiger beteiligten sich in verkleideter Form an den Festlichkeiten. Mit der symbolischen Machtübernahme beginnt die "fünfte Jahreszeit", in der bis zum Faschingsdienstag die Stadtverwaltung traditionell in den Händen der Jecken liegt.
Der Umsturz begann mit dem gewohnten Sturm der Narren auf das Rathaus – ein seit Langem etablierter Brauch während der schwäbisch-alemannischen Fasnacht. Trotz anfänglichen Widerstands der Beamten setzten sich die Jecken durch und setzten damit das vorübergehende Chaos an die Stelle der Ordnung. Ansbacher gab sich als "Super Martin", während Albsteiger als Prinzessin Peach verkleidet war und so zur ausgelassenen Stimmung beitrug.
Einmal im Rathaus, führten die Narren eine Reihe skurriler Herausforderungen an: Die Teilnehmer wetteiferten im Limbo-Tanz, bauten wackelige Menschenpyramiden und stellten sich kniffligen Fragen. Die zunächst skeptischen Mitarbeiter der Stadtverwaltung gaben sich schließlich dem Brauch hin und überließen den Narren bis zum Ende der Karnevalszeit die Regentschaft.
Die Verwaltung hatte sich auf die Übernahme vorbereitet und akzeptiert sie als Teil des lokalen Kulturerbes. Zwar gibt es keine genauen Aufzeichnungen darüber, wie lange das Ulmer Rathaus jeweils in Narrenhand bleibt, doch in benachbarten Städten wie Schwäbisch Gmünd kommt es während der Fasnacht zu vorzeitigen Schließungen und feierlichen Unterbrechungen. In diesem Jahr fallen die Feierlichkeiten zudem mit dem 16. Ringtreffen des Alemannischen Narrenrings zusammen, wodurch Ulm unter der Leitung von Zunftmeister Gegge Wies zum Karnevals-Hotspot wird.
Bis zum Faschingsdienstag bleibt das Rathaus nun in der Obhut der Narren – eine Tradition, die die Hierarchien auf den Kopf stellt. Die Verantwortlichen haben die vorübergehende Machtverschiebung akzeptiert und sorgen dafür, dass die Feierlichkeiten reibungslos verlaufen. Bis dahin regiert in Ulm eine Regierung der Jecken, der Kostüme und des ausgelassenen Treibens.






