Münster revolutioniert sein Straßennetz – Autofahrer:innen müssen zurückstecken
Agata HübelMünster revolutioniert sein Straßennetz – Autofahrer:innen müssen zurückstecken
Münster steht vor einer radikalen Umgestaltung seines Straßennetzes: Ein neues Verkehrskonzept soll Fußgänger:innen, Radfahrer:innen und den öffentlichen Nahverkehr priorisieren. Oberbürgermeister Tilman Fuchs von den Grünen treibt die Ausweitung von Tempo-30-Zonen und die Einschränkung des Autoverkehrs voran. Die Maßnahmen sind Teil des Mobilitätsmasterplans 2035, der durch sichere und nachhaltige Verkehrslösungen eine klimaneutrale Mobilität anstrebt.
Der im vergangenen Jahr beschlossene Mobilitätsmasterplan 2035 sieht einen grundlegenden Wandel hin zu umweltfreundlicherem Verkehr vor. Im Mittelpunkt stehen schnellere, sicherere Straßen für Fußgänger:innen, Radfahrer:innen und Busnutzer:innen – während der Autoverkehr zurückgedrängt wird. Geplant sind unter anderem 100 zusätzliche Kilometer Radwege für 50 Millionen Euro sowie der Ausbau von Busspuren, was jeweils zu Lasten des motorisierten Individualverkehrs geht.
Durchgangsverkehr und schwere Lkw werden stärker reglementiert, und öffentliche Parkplätze sollen in der Innenstadt sowie in einigen Außenbezirken reduziert werden. Die von Fuchs vorgeschlagene Ausweitung der Tempo-30-Zonen wird von Grünen, SPD und Volt unterstützt. Aktuell wechseln die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf denselben Straßen zwischen 30 und 50 km/h – eine Regelung, die Autofahrer:innen verwirrt und Sicherheitsrisiken birgt. Die CDU, größte Oppositionspartei in Münster, übt scharfe Kritik: Die Pläne benachteiligten unrechtmäßig Autofahrer:innen und zielten darauf ab, Fahrzeuge aus der Stadt zu verdrängen. Trotz des Widerstands wird das Vorhaben vorangetrieben, mit dem Ziel, die gesamte Innenstadt in den kommenden Jahren zur Tempo-30-Zone zu erklären.
Die Veränderungen werden Münsters Straßen grundlegend verändern: Autofahrer:innen müssen mit mehr Einschränkungen rechnen, während Radverkehr und öffentlicher Nahverkehr gestärkt werden. Die Stadt erwartet dadurch sicherere Straßen und geringere Emissionen. Die vollen Auswirkungen des Plans werden sich zeigen, sobald die neuen Tempolimits und Infrastrukturprojekte in den nächsten zehn Jahren umgesetzt werden.






