Mordprozess in Bonn: Mann soll sehbehinderte Partnerin erstochen haben
Janin FinkeMordprozess in Bonn: Mann soll sehbehinderte Partnerin erstochen haben
Ein 29-jähriger Mann aus Troisdorf steht vor dem Bonner Landgericht wegen des mutmaßlichen Mordes an seiner Partnerin. Das Opfer, eine 30-jährige Frau mit schwerer Sehbehinderung, wurde in ihrem gemeinsamen Wohnhaus mindestens zehnmal erstochen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten heimtückischen Mord vor und argumentiert, er habe ihre Hilflosigkeit ausgenutzt, da sie den Angriff weder sehen noch ahnen konnte.
Die Tat ereignete sich an einem Samstagmorgen im Mai 2024. Nach Ermittlerangaben griff der Beschuldigte die Frau im Flur ihrer gemeinsamen Wohnung mit einem Metzgermesser an. Sie erlitt mehrere Stichverletzungen, wurde per Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht und erlag dort später ihren Verletzungen.
Nach dem Überfall alarmierte der Angeklagte den Notruf und verständigte die Polizei. Beamte sicherten später die mutmaßliche Tatwaffe in der Wohnung des Paares. Der Prozess, der unter dem Vorsitz von Richter Jens Rausch am Bonner Schwurgericht stattfindet, begann in diesem Monat. Die Staatsanwaltschaft stützt ihren Vorwurf des heimtückischen Mordes darauf, dass die fast erblindete Frau wehrlos war. Das Motiv des Angeklagten bleibt unklar; ein Urteil wird frühestens 2025 erwartet. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe.
Die Verhandlung dauert an, während Ermittler und Juristen die Beweislage prüfen. Der Angeklagte hat sich bislang nicht zu den Beweggründen der Tat geäußert. Das Verfahren wird entscheiden, ob er wegen des mutmaßlichen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wird.






