24 March 2026, 02:12

Moltkedorf in Willich: Bürger protestieren gegen geplantes Wohngebiet mit 200 Einheiten

Eine große Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße, hält Protestschilder und Banner in der Hand, mit Grünzeug auf der rechten Seite und einem Gebäude im Hintergrund.

Moltkedorf in Willich: Bürger protestieren gegen geplantes Wohngebiet mit 200 Einheiten

Pläne zur Bebauung des 2,9 Hektar großen Moltkedorf-Geländes in Willich stoßen auf massiven Widerstand der Anwohner

Die Pläne der Stadt, das 2,9 Hektar große Gelände Moltkedorf in Willich in ein neues Wohngebiet mit 200 Wohneinheiten umzuwandeln, haben bei den Anwohnern heftige Kritik ausgelöst. Zwar soll damit dringender Wohnraum geschaffen werden, doch viele befürchten, dass das Projekt Grünflächen zerstört und den Verkehr weiter verschärft. Bereits über 70 Unterschriften gegen die Vorhaben wurden gesammelt – weitere sollen folgen.

Das ursprüngliche Konzept für Moltkedorf sieht eine Mischung aus Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften und viergeschossigen Wohnblocks in einer Hofbebauung vor. Der Zugang soll über die Moltkestraße erfolgen, wobei ein Einbahn-Kreislaufsystem geplant ist. Unterirdische Parkplätze werden noch geprüft. Zudem sind Rad- und Fußwege vorgesehen, die die Krusestraße mit An Liffersmühle verbinden sollen, ergänzt durch Grünflächen zur Förderung eines gesünderen Lebensumfelds.

Doch die Anwohner äußern zahlreiche Bedenken. In einer gemeinsamen Stellungnahme, die von über 70 Unterzeichnern unterstützt wird, warnen sie vor steigendem Verkehr, Parkplatzmangel und möglichen Verzögerungen für Rettungsfahrzeuge. Viele kritisieren auch die Dimensionen des Projekts, insbesondere die viergeschossigen Gebäude, die direkt an Kleingartenanlagen grenzen und für die Nachbargrundstücke eine unerwünschte "Wohnblock-Mauer" bilden würden.

Ein weiteres zentrales Thema ist die ökologische Auswirkung. Gegner argumentieren, dass die Verringerung öffentlicher Grünflächen die Anpassung an den Klimawandel behindern und die Lebensqualität mindern könnte. Einige schlagen vor, das Gelände stattdessen als Naherholungsgebiet zu erhalten oder für lokale Gewerbetreibende umzufunktionieren. Bis März 2026 hatten 42 Anwohner im Rahmen der späten Bürgerbeteiligung Ende 2025 offiziell Einspruch eingelegt und Alternativen wie eine Verlegung des Bauvorhabens in wenig genutzte Gewerbegebiete an der A52 vorgeschlagen.

Die Kontroverse entstand nach dem Beschluss der Stadt, die Flüchtlingsunterkunft in Moltkedorf bis Ende des Jahres zu schließen. Das Areal war zuvor als Freifläche und Erholungszone ausgewiesen – ein weiterer Grund für die Verärgerung der Anwohner über die geplante Bebauung.

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Nun steht die Stadt vor der Herausforderung, den dringend benötigten Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig die Sorgen der Bürger zu berücksichtigen. Die Einwände konzentrieren sich auf Verkehr, Bebauungsdichte und den Verlust von Grünflächen – die Verantwortlichen müssen nun abwägen, ob die Vorteile des Projekts die möglichen Nachteile überwiegen. Die endgültige Entscheidung wird zeigen, ob Moltkedorf zu einem Wohngebiet wird oder seinen bisherigen Charakter behält.

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