17 February 2026, 20:29

Mesut Özils Aufstieg und Fall: Wie Politik sein Fußball-Leben prägte

Ein Plakat für die deutsche Revolution im Jahr 1910, das eine Gruppe von Menschen und eine Krone zeigt, mit Text, der Informationen zum Ereignis liefert.

ZDF erzählt die Geschichte seines Niedergangs - Mesut Özils Aufstieg und Fall: Wie Politik sein Fußball-Leben prägte

Eine neue Dokumentation beleuchtet Aufstieg und Fall von Mesut Özil, einem der begabtesten, aber auch umstrittensten Fußballer Deutschlands."Mesut Özil: Ein Gast unter Freunden" gibt jenen eine Stimme, die ihm am nächsten standen – darunter sein Vater, frühere Trainer und Kritiker wie der Journalist Deniz Yücel. Die dreiteilige Serie untersucht, wie Özils Karriere mit politischen Debatten und gesellschaftlichen Spaltungen verknüpft wurde.

Die erste Folge "Aufstieg: Er wollte nur spielen" feiert am 20. März Premiere in der ZDF-Mediathek, die TV-Ausstrahlung folgt am 31. März um 20:15 Uhr.

In Gelsenkirchen als Sohn türkischer Gastarbeiter geboren, wuchs Özil als Fußballtalent auf, dessen Herkunft oft seine Fähigkeiten überschattete. Trotz früher Hindernisse stieg er zum Weltstar auf und galt als Symbol gelungener Integration in Germany. 2009 entschied er sich, für die deutsche Nationalmannschaft statt für die Türkei zu spielen, und trug später maßgeblich zum WM-Triumph 2014 bei.

Sein Image änderte sich 2018 schlagartig, als ein Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan eine nationale Kontroverse auslöste. Kritiker fragten, ob ein Deutscher mit Migrationshintergrund nach einem solchen Fehltritt jemals voll akzeptiert werden könne. Die Debatte verschärfte sich nach seinem Rücktritt 2023, als Medien seine Unterstützung für Palästina, seine Verbindungen zu Erdoğan und seine Werbung für Kryptowährungen wie Worldcoin hinterfragten.

Die Dokumentation rekonstruiert diese Ereignisse in drei Akten: Özils Aufstieg, seinen Niedergang und die anhaltende Spannung zwischen Sport und Politik. Nationaltrainer Joachim Löw nannte ihn einst einen der größten deutschen Spieler. Doch bis 2026 hatte sich das öffentliche Bild gewandelt – aus dem Integrationsvorzeiger wurde eine polarisierende Figur, zerrissen zwischen Zugehörigkeit und ausländischem Einfluss.

Die Doku erscheint zu einer Zeit, in der Özils Vermächtnis weiterhin umstritten ist. Sie bietet neue Perspektiven von Weggefährten und Widersachern, ohne die Widersprüche aufzulösen. Stattdessen stellt sie sie als Teil einer größeren Debatte über Identität, Sport und Zugehörigkeit im modernen Germany dar.

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