Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren in belarussischer Haft
Janin FinkeSpätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren in belarussischer Haft
Die belarussische Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa hat endlich den Internationalen Karlspreis erhalten, mit dem sie bereits 2022 ausgezeichnet wurde. Die Verleihung fand am Wochenende im Aachen Krönungssaal statt – Jahre, nachdem sie wegen ihrer Rolle bei Protesten gegen das Regime von Alexander Lukaschenko inhaftiert worden war. Ihre Entlassung aus der Haft und die anschließende Gewährung von Asyl in Deutschland markieren einen Wendepunkt nach Jahren der Gefangenschaft.
Kolesnikowa war 2020 als zentrale Figur der Massenproteste gegen die umstrittene Wiederwahl Lukaschenkos in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Für ihr Engagement wurde sie zu elf Jahren in einer Strafkolonie verurteilt. Trotz ihrer Inhaftierung würdigte die Karlspreis-Jury 2022 ihren "außergewöhnlichen Mut" und ehrte ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen.
Am Samstag nahm sie die Auszeichnung persönlich entgegen und bezeichnete sie als "enorme Ehre" und ein "mächtiges Zeichen der Solidarität" während ihrer Zeit hinter Gittern. Armin Laschet, Vorsitzender des Karlspreis-Direktoriums, begrüßte sie in Aachen und betonte die Bedeutung der Unterstützung für Demokratieaktivisten in ganz Europa.
Kolesnikowa erhielt später politisches Asyl in Deutschland, wobei die Umstände ihrer Freilassung weiterhin unklar bleiben. In Belarus hält die Unterdrückung unter Lukaschenko, einem engen Verbündeten des russischen Präsidenten Wladimir Putin, unvermindert an. Oppositionsgruppen sind geschwächt, viele ihrer Vertreter leben im Exil oder wurden vom Staat zum Schweigen gebracht.
Die Preisverleihung in Aachen unterstrich Kolesnikowas Widerstandskraft und den anhaltenden Kampf für demokratische Rechte in Belarus. Zwar lebt sie nun in Deutschland, doch Lukaschenkos Regime übt weiterhin strenge Kontrolle aus, während oppositionelle Bewegungen mit massiven Repressionen konfrontiert sind. Der Preis erinnert an ihren Einsatz – und die großen Herausforderungen, die Belarus noch bevorstehen.