15 March 2026, 08:11

Maria Kalesnikava nach fünf Jahren Haft in Belarus endlich frei

Ein Plakat für einen Wohltätigkeitsbasar, der die Witwen und Waisen von Soldaten verschiedener Nationen unterstützt, mit Texten, die das Ereignis beschreiben.

Maria Kalesnikava nach fünf Jahren Haft in Belarus endlich frei

Maria Kalesnikava, eine zentrale Figur der prodemokratischen Bewegung in Belarus im Jahr 2020, kam im Dezember 2025 nach mehr als fünf Jahren Haft frei. Sie lebt nun in Deutschland, nachdem sie gemeinsam mit anderen politischen Gefangenen aus Belarus entlassen worden war. Ihre Inhaftierung folgte auf ein hartes Urteil, das 2021 wegen ihres Engagements gegen das autoritäre Regime von Alexander Lukaschenko verhängt worden war.

Kalesnikavas Haft begann im September 2020, als sie während der Massenproteste gegen die umstrittene Wiederwahl Lukaschenkos in Minsk festgenommen wurde. Ein Jahr später verurteilte ein Gericht sie in einem weltweit als politisch motiviert kritisierten Verfahren zu elf Jahren Haft. Trotz internationaler Forderungen kam ihre Freilassung erst Jahre später im Rahmen eines größeren Gefangenaustauschs zustande.

2022 wurde Kalesnikava, noch immer in Haft, gemeinsam mit anderen Oppositionellen mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet. Die Ehrung würdigte ihren Einsatz gegen Autoritarismus und für demokratische Reformen in Belarus. Der seit 1950 verliehene Preis zählt zu den renommiertesten Europas und zelebriert Beiträge zur europäischen Einheit und zu demokratischen Werten.

Ihr jüngstes Treffen in Aachen, wo der Preis traditionell überreicht wird, unterstrich die anhaltende Unterstützung für die Demokratie in der Region. Doch seit der Verleihung hat sich die Repression in Belarus nicht verringert. Lukaschenkos Regierung geht weiterhin gegen Oppositionelle vor, inhaftiert Kritiker und vertieft die militärischen Bindungen zu Russland – auch vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine.

Kalesnikavas Freilassung stellt einen der seltenen Fortschritte in einem Land dar, in dem politische Freiheiten weiterhin stark eingeschränkt sind. In Deutschland schließt sie sich nun einer wachsenden Zahl exiliierter belarussischer Aktivistinnen und Aktivisten an, die weiterhin für einen Wandel kämpfen. Die Lage in Belarus selbst zeigt jedoch keine Anzeichen einer Besserung: Repression und die Annäherung an Moskau halten auch 2026 unvermindert an.

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