21 February 2026, 16:27

Mainzer Verein ehrt den "Dummen August" als lebendige Fastnachtstradition

Ein altes Buch mit einem Cover, das einen Clown in einem bunten Kostüm zeigt, mit einem verschmitzten Gesichtsausdruck und der Aufschrift "Carnaval Pau 1904".

Mainzer Verein ehrt den "Dummen August" als lebendige Fastnachtstradition

Mainzer Verein ehrt den Dummen August – eine schrullige Clown-Figur mit langer Tradition. Ein lokaler Verein hat den Dummen August gefeiert, eine tollpatschige Clown-Figur, die im Mittelpunkt der Mainzer Fastnachtsbräuche steht. Die Auszeichnung ging an Martin Malcherek, einen Stadtrat, der für seine unkonventionelle und oft unbequeme Art bekannt ist. Bei der Veranstaltung wurde zudem das 100-jährige Jubiläum der Mainzer Hofsänger begangen, einer historischen Fastnachtsgruppe. Die Ehrung übernahm Dirk Loomans, Präsident des Karneval Club Kastel, der als Bajazzo – der würdevoll gekleidete weiße Clown – auftrat. Er bezeichnete den Dummen August als unverzichtbaren Teil der Fastnacht, der bereit sei, sich der Lächerlichkeit auszusetzen und Verletzlichkeit zu zeigen. Die Figur des Dummen August hat ihre Wurzeln im Mainz des 19. Jahrhunderts und entwickelte sich aus älteren Narrentraditionen. Ihre Ursprünge reichen jedoch noch weiter zurück – bis in die römische Antike. Zur Zeit von Kaiser Augustus (27 v. Chr. bis 14 n. Chr.) unterhielten Hofnarren, die stulti Augusti, mit Satire und komischen Einlagen – ganz ähnlich wie die heutige Figur. Der stolpernde Clown, der über seine eigenen Füße fällt und absurde Grimassen schneidet, bleibt ein Publikumsliebling. Anders als schlagfertige Spötter oder scharfsinnige Satiriker scheitert der Dumme August grandios – doch gerade seine Possen enthüllen unangenehme Wahrheiten. Der Verein Rettet das Römische unsere Website lobte Malcherek dafür, diesen Geist zu verkörpern, und nannte ihn eine originelle und furchtlose Persönlichkeit. Die Mainzer Fastnacht kennt viele Narren-Archetypen – von feinsinnigen Kritikern bis zu schnellen Spöttern. Doch der Dumme August hebt sich als Symbol für rohen, ungeschlönten Humor ab. Seine Rolle, so Loomans, bestehe darin, Autoritäten durch Lachen und Absurdität herauszufordern. Malcherek erhielt als Erster den Dummen-August-Preis für seinen mutigen und humorvollen Umgang mit dem öffentlichen Leben. Die Auszeichnung unterstreicht, wie diese jahrhundertealte Clown-Figur die Fastnachtskultur bis heute prägt. Indem sie Scheitern und Spott annimmt, hält die Tradition die Satire in modernen Feiern lebendig.

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