31 December 2025, 16:32

Mainz trauert um prägende Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Sport

Eine Gruppe von Menschen auf einer Bühne, einer in Uniform mit einer Mütze haltend, eine Frau in einem weißeem Hemd, mit einem Banner, Lautsprecher, Vorhängen, Tisch und Wandbildschirm im Hintergrund.

Mainz trauert um prägende Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Sport

Mainz verliert in den vergangenen Wochen mehrere prägende Persönlichkeiten – ihr Wirken hinterlässt Spuren in Kultur, Politik und Gesellschaft

In den letzten Wochen hat Mainz mehrere herausragende Persönlichkeiten verloren, die über Jahrzehnte hinweg die Kultur, Politik und das Gemeinschaftsleben der Stadt geprägt haben. Ihr Engagement reichte von Karnevalstraditionen und Sport über Gesundheitswesen bis hin zur Behindertenrechtsbewegung.

Unter den Verstorbenen befinden sich ein ehemaliger Ministerpräsident, ein angesehener Journalist sowie engagierte Förderer lokaler Anliegen.

Bernhard Vogel, eine Schlüsselfigur der deutschen Politik, starb im Alter von 92 Jahren. Von 1976 bis 1988 führte er als Ministerpräsident Rheinland-Pfalz, bevor er von 1992 bis 2003 dasselbe Amt in Thüringen innehatte. Sein Einfluss beschränkte sich nicht auf die Landespolitik – jahrelang prägte er auch bundesweite Debatten.

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Aus der Medienwelt verabschiedete sich mit Ekkehardt Gahntz ein langjähriger ZDF-Nachrichtenjournalist, der im Alter von 79 Jahren verstarb. Über 25 Jahre gestaltete er die Berichterstattung des Senders mit und galt als Inbegriff von Professionalität und Klarheit.

Auch die Mainzer Karnevalsszene trauert um zwei ihrer prägendsten Köpfe: Dieter Wenger, der langjährige Chef-Wagenbauer des Mainzer Carneval-Vereins (MCV), starb mit 84 Jahren. Mehr als sechs Jahrzehnte lang entwarf er die aufwendigen Motivwagen, die den Rosenmontagszug unverkennbar machten. Mit Elisabeth Klöver, der Leiterin des MCV-Hofballetts, verlor die Stadt eine weitere Ikone der Fastnachtskultur – sie wurde 85 Jahre alt. Ihr Wirken formte Generationen von Karnevalisten.

Ebenfalls verstorben ist Barbara Rupp, die von 1983 bis 2008 den Förderverein des Mainzer Unterhaus leitete. Unter ihrer Ägide entwickelte sich das Kulturzentrum zu einer festen Größe der lokalen Kunstszene. Ulf Glasenhardt, Veranstaltungskoordinator im Kulturclub Schon Schön, starb überraschend – erst 2022 war er zum Team gestoßen, doch sein Engagement hinterließ schnell Spuren.

Aus dem Sport meldet Mainz den Tod von Holger Bernhardt, dem ehemaligen Torwart des 1. FSV Mainz 05, der bei einem Verkehrsunfall in Basel mit nur 52 Jahren ums Leben kam. Die Medizin trauert um Dr. Thomas Flohr, einen Onkologen am Hämatologisch-Onkologischen Zentrum, der mit 57 Jahren verstarb. Seine Arbeit gab vielen Krebspatienten Hoffnung.

In der Politik hinterlässt Herbert Mertin, von 2016 bis 2022 Justizminister von Rheinland-Pfalz (FDP), eine Lücke. Der 66-Jährige trieb in seiner Amtszeit wichtige Rechtsreformen voran. Mit Marita Boos-Waidosch verlor Mainz zudem seine langjährige Behindertenbeauftragte. Von 1993 bis 2018 setzte sie sich unermüdlich für Barrierefreiheit und Inklusion in der Stadt ein.

Das Ableben dieser Persönlichkeiten markiert das Ende ganzer Epochen in ihren jeweiligen Bereichen. Ihr Schaffen berührte unzählige Menschen – ob in politischer Führung, kulturellen Veranstaltungen, im Gesundheitswesen oder sozialem Engagement. Mainz wird sie als engagierte Wegbereiter in Erinnerung behalten, deren Einfluss die Stadt nachhaltig prägte.