24 May 2026, 20:15

Letzte Stunden für den "Sündenwald": Räumung trotz Protesten in Manheim

Gefährdete Übriggebliebene Teile des Hambacher Forsts

Letzte Stunden für den "Sündenwald": Räumung trotz Protesten in Manheim

Der „Sündenwald“ in Manheim soll in den kommenden Tagen gerodet werden – trotz anhaltender Proteste. Die Stadt Kerpen hat ein Betretungsverbot für das Gebiet ab dem 6. Oktober angekündigt, während Aktivist:innen weiterhin in Baumhäusern ausharren, die sie im Laufe des Sommers errichtet haben. Der Wald, der mittlerweile auf etwa einen Hektar geschrumpft ist, bleibt ein zentraler Widerstandsort gegen die geplante Abholzung.

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Erstmals hatten sich Aktivist:innen 2024 im „Sündenwald“ verschanzt und damals eine teilweise Rodung gestoppt. Nun, da die Räumung unmittelbar bevorsteht, halten sich etwa fünf bis zehn Personen im Gebiet auf – weitere sollen folgen. Die Widerstandsbewegung bittet um Sachspenden wie Lebensmittel und Kleidung und lädt Medien zu einer Pressekonferenz am Montag um 11:00 Uhr ein.

Das Gelände gehört dem Energiekonzern RWE, dem fast sämtliche Brachflächen in Manheim gehören. Das Unternehmen benötigt den Boden über der Braunkohle, um Abraumhalden zu unauszugleichen und künftige Seenprojekte umzusetzen. Laut einer Vereinbarung aus dem Jahr 2023 zwischen RWE Power AG und der Stadt Kerpen gilt die Nutzung von rund 250 Millionen Kubikmetern Manheimer Erde als unverzichtbar für das Projekt „Wasser marsch“, das 2030 starten soll.

Das von Kerpen verhängte Betretungsverbot tritt am 6. Oktober um Mitternacht in Kraft und untersagt allen Außenstehenden den Zutritt, bis die Rodung abgeschlossen ist. Dennoch zeigen sich die Protestierenden entschlossen, die Abholzung zu verhindern. Die Einschränkungen der Stadt bleiben bis zur vollständigen Räumung des Waldes bestehen. Während sich die Aktivist:innen auf weiteren Widerstand vorbereiten, treibt RWE die Pläne voran, das Gelände für industrielle Vorhaben zu nutzen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob der verbliebene Wald gerettet werden kann – oder ob die Rodung wie geplant stattfindet.

Quelle