20 December 2025, 21:45

Krankenhausgewalt: Können Bodycams zur Schutz von Gesundheitsarbeitern beitragen?

Verschiedene Kameras mit Text oberhalb und unterhalb.

Krankenhausgewalt: Können Bodycams zur Schutz von Gesundheitsarbeitern beitragen?

Gewalt in Krankenhäusern: Können Bodycams das Personal schützen?

Zunehmende Angriffe auf Krankenhausmitarbeiter: NRW-Kliniken testen Körperkameras als Schutzmaßnahme. Was sie bringen – und wo die Grenzen liegen.

  1. Dezember 2025, 18:36 Uhr

Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen (NRW) verzeichnen einen dramatischen Anstieg gewalttätiger Übergriffe auf Mitarbeiter. Allein im vergangenen Jahr wurden in der Region 1.705 Fälle von Körperverletzung, Raub und Freiheitsberaubung dokumentiert. Als Reaktion darauf plant das Dortmunder Krankenhaus, bis 2026 Bodycams für das Personal einzuführen.

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Die Gewalt gegen Beschäftigte in NRW-Kliniken hat in den letzten sieben Jahren stark zugenommen. Zwischen 2017 und 2024 stiegen die Angriffe auf medizinisches Personal um 34 Prozent. Besonders besorgniserregend war die Entwicklung in den Jahren 2022 und 2023: Hier stieg die Zahl der Vorfälle zunächst um 22 Prozent, im Folgejahr dann um fast 9 Prozent. Häufige Auslöser sind betrunkene, schmerzgeplagte oder über lange Wartezeiten frustrierte Patienten. Zudem trägt ein genereller Rückgang des Respekts gegenüber Krankenhausmitarbeitern zur Eskalation bei.

Einige Kliniken haben bereits Gegenmaßnahmen ergriffen. So setzen das Elisabeth-Krankenhaus in Essen und das Dortmunder Krankenhaus Sicherheitskräfte in ihren Notaufnahmen ein. Andere Einrichtungen wie das Universitätsklinikum Bonn oder größere regionale Kliniken sind diesem Beispiel gefolgt. Vereinzelt wurden auch Bodycams getestet, eine flächendeckende Einführung bleibt jedoch die Ausnahme.

Die neue Regelung des Dortmunder Krankenhauses sieht vor, die Kameras nur in kritischen Situationen einzusetzen. Vor Aufnahmebeginn müssen die Mitarbeiter die Betroffenen informieren. Dennoch gibt es Bedenken – insbesondere beim Datenschutz und der Wahrung der Patientengeheimnisse. Kritiker verweisen zudem darauf, dass selbst in der Polizei die Wirksamkeit von Bodycams zur Gewaltprävention wissenschaftlich nicht eindeutig belegt ist.

Ziel der Bodycams in Dortmund ist es, Angriffe abschreckend zu verhindern und im Ernstfall Beweismaterial zu sichern. Zusammen mit Sicherheitspersonal und Schulungsprogrammen bildet die Maßnahme einen Baustein in einer umfassenderen Strategie zur Verbesserung der Arbeitssicherheit. Doch bis zur geplanten Einführung 2026 müssen noch rechtliche und praktische Hürden überwunden werden.