21 February 2026, 08:11

Kontrollierte Sprengung in Ibbenbüren markiert das Ende einer Kohle-Ära

Eine große Explosion in der Mitte eines Gebäudes mit herausquellendem Rauch und einer Wand im Hintergrund sowie metallischen Gegenständen mit einer Tafel unten.

Kontrollierte Sprengung in Ibbenbüren markiert das Ende einer Kohle-Ära

Große kontrollierte Sprengung in Ibbenbüren am Sonntag, 22. Februar

In Ibbenbüren findet am kommenden Sonntag, den 22. Februar, eine großangelegte kontrollierte Sprengung statt. Dabei werden der Kühler-Schornstein, die Rauchgasentschwefelungsanlage und die Entstickungsanlage des Kraftwerks im Rahmen einer sorgfältig geplanten Aktion abgerissen. Die Behörden haben strenge Sicherheitsvorkehrungen getroffen, darunter Straßensperrungen und Evakuierungsanordnungen für Anwohner in der Nähe.

Die Sprengung ist für etwa 11:00 Uhr vorgesehen. Nach abschließenden Sicherheitskontrollen könnte die Sperrzone voraussichtlich bereits um 12:00 Uhr wieder freigegeben werden. Die Zufahrtsstraßen im und um das Gebiet herum werden gesperrt, wobei einige Abschnitte bis 8:00 Uhr noch für den lokalen Verkehr unter der Regelung "nur für Anwohner" befahrbar bleiben. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen die Bewohner der ausgewiesenen Straßen ihre Häuser verlassen – betroffen sind etwa 190 Personen sowie 400 Bewohner der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE)

Am Rand des abgesperrten Bereichs wird ein Veranstaltungszentrum eingerichtet, von dem aus Interessierte die Sprengung sicher beobachten können. Für Personen, die Unterstützung bei der Anreise benötigen, werden Taxis bereitgestellt. Gleichzeitig werden rund 120 Einsatzkräfte vor Ort sein, um die Abläufe zu koordinieren.

Für den Tag der Sprengung gilt ein generelles Drohnenflugverbot im Umkreis von 100 Metern um das Kraftwerk. Das Rechts-, Ordnungs- und Bürgerdienstamt der Stadt richtet ab 7:00 Uhr eine Hotline unter der Nummer 49 5451 931-3200 für Fragen und Anliegen ein.

Die Sprengung reiht sich in einen größeren Trend in Deutschland ein, wo in den vergangenen fünf Jahren 15 bis 20 Industrieanlagen oder Kraftwerkskomponenten abgerissen wurden. Dazu zählen unter anderem das Kohlekraftwerk Moorburg in Hamburg sowie Teile des Standorts Niederaußem in Nordrhein-Westfalen – allesamt Maßnahmen im Zuge des deutschen Ausstiegs aus der Kohle. Besonders im Ruhrgebiet, etwa in Gelsenkirchen und Duisburg, gab es im Rahmen der Energiewende und des Endes des Braunkohleabbaus bereits mehrere Rückbauprojekte.

Die Aktion markiert einen weiteren Schritt in Deutschlands Abkehr von der kohlebasierten Energieerzeugung. Mit höchster Priorität auf Sicherheit haben die Behörden umfassende Maßnahmen ergriffen, um die Bevölkerung zu schützen und einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Die Stadt erwartet, die Einschränkungen kurz nach der Sprengung – vorbehaltlich der abschließenden Kontrollen – wieder aufzuheben.

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