26 February 2026, 06:39

Kölner Initiative fordert Sicherheit durch Gemeinschaft statt Überwachung

Eine Gruppe von Menschen, die auf dem Boden stehen und ein Banner halten, auf dem 'Rechte für alle Menschen Stoppt Polizeigewalt' steht, mit einem Straßenschild, einem Schild, Bäumen, Gebäuden mit Fenstern und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Kölner Initiative fordert Sicherheit durch Gemeinschaft statt Überwachung

Neue Kampagne in Köln stellt städtischen Sicherheitsansatz infrage

Eine neue Initiative in Köln hinterfragt den Umgang der Stadt mit öffentlicher Sicherheit. Statt auf mehr Polizeipräsenz und Überwachung zu setzen, argumentiert die Gruppe, dass echte Sicherheit durch stärkere Gemeinschaften und besseren Zugang zu Grundbedürfnissen entsteht.

Die Kampagne "Sicherheit für alle" wurde als Reaktion auf den "Masterplan Kommunale Sicherheit 2024" der Stadt ins Leben gerufen. Dieser Plan konzentriert sich auf Arbeiterquartiere wie Kalk und Ehrenfeld, in denen Migrant:innen und Obdachlose häufiger unter Beobachtung stehen. Kritiker:innen werfen der Strategie vor, sie führe zu mehr Razzien in von Migrant:innen geführten Betrieben und stigmatisiere schutzbedürftige Gruppen.

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Elia Lorber, Sprecher:in der Kampagne, erklärt, die aktuellen städtischen Maßnahmen beträchteten Sicherheit als Frage der Kontrolle statt der Unterstützung. Die Gruppe verweist auf Beispiele wie Kalk Solidarisch und das Nachbarschaftszentrum Toni, wo Vertrauen und lokale Vernetzung das Sicherheitsgefühl der Anwohner:innen gestärkt hätten. Ihrer Ansicht nach fühlen sich Menschen sicherer, wenn sie ihre Nachbar:innen kennen und gemeinsame Probleme gemeinsam lösen können.

Cuso Ehrich, ein weiteres Kampagnenmitglied, kritisiert die Grenzen überwachungslastiger Ansätze. Er erinnert an den rassistischen Anschlag von Hanau 2020, bei dem Hilferufe der Opfer trotz massiver Polizeipräsenz ignoriert wurden. Mit rund 220 fest installierten Kameras in Köln wachsen zudem die Bedenken gegenüber dem Ausbau KI-gestützter Gesichtserkennung. Die Kampagne argumentiert, dass Kameras und polizeiliche Schikane keine Gewalt verhindern, sondern lediglich Angst schüren.

Stattdessen definiert die Gruppe Sicherheit neu – als Zugang zu Wohnraum, Nahrung und Gesundheitsversorgung, unabhängig vom Aufenthaltsstatus. Ihr Ziel ist es, die Debatte weg von Polizeimaßnahmen und hin zu sozialer Absicherung in oft vernachlässigten Stadtteilen zu lenken.

Die Herausforderung an Kölns Sicherheitspolitik kommt zu einer Zeit, in der Überwachungsmaßnahmen weiter ausgebaut werden. Ohne transparente Daten zur Verteilung und Wirkung der Kameras bleibt deren Nutzen fraglich. Der Fokus der Kampagne auf gemeindebasierte Lösungen bietet eine Alternative zum bisherigen städtischen Kurs.