Kölner Fall: Geduldeter Bosnier erhält seit 20 Jahren Sozialleistungen – trotz Abschiebebeschluss
Salvatore HarloffKölner Fall: Geduldeter Bosnier erhält seit 20 Jahren Sozialleistungen – trotz Abschiebebeschluss
Ein Bosnier lebt seit mehr als zwei Jahrzehnten in Köln – trotz eines langjährigen Abschiebebeschlusses. Huso B. bezieht weiterhin staatliche Leistungen, während seine Familie monatlich über 7.000 Euro erhält. Der Fall hat nun eine offizielle Prüfung durch die Kölner Oberbürgermeisterin ausgelöst.
Huso B. kam 2003 nach Deutschland und beantragte Asyl. Sein Antrag wurde abgelehnt, da Bosnien-Herzegowina als sicheres Herkunftsland eingestuft wird. Seither hält er sich mit einer Duldung in Köln auf – einer vorübergehenden Aussetzung der Abschiebung –, die aufgrund familiärer Bindungen und des Kindeswohls seiner in Deutschland geborenen Kinder erteilt wurde.
Über 19 Jahre hinweg wurde sein geduldeter Status immer wieder verlängert. In dieser Zeit wurde er mehrfach wegen Betrugs verurteilt. Dennoch erhält seine zehnköpfige Familie weiterhin monatlich 7.250,77 Euro an Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.
Das Kölner Ausländeramt bearbeitet derzeit 1.080 Fälle im Zusammenhang mit freiwilligen Ausreisen oder Abschiebungen. Allein im Jahr 2025 wurden bisher 245 Personen abgeschoben, davon 130 mit Vorstrafen. Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat nun eine interne Überprüfung des Falls angeordnet, um zu klären, wie solche langjährigen Aufenthalte gehandhabt werden.
Die Untersuchung soll zeigen, ob verwaltungsrechtliche Abläufe verschärft werden müssen. Huso B.s Fall verdeutlicht die Schwierigkeiten, familiären Zusammenhalt mit Abschieberegelungen in Einklang zu bringen. Das Ergebnis könnte künftig ähnliche Fälle beeinflussen.






