Köln schlägt gegen Uber und Bolt zu: Hunderte illegale Fahrten aufgedeckt
Agata HübelKöln schlägt gegen Uber und Bolt zu: Hunderte illegale Fahrten aufgedeckt
Köln geht hart gegen Ride-Hailing-Plattformen vor, nachdem dort weitverbreitete illegale Geschäfte aufgedeckt wurden. Bei Kontrollen im vergangenen Jahr leitete die Stadt 366 Ordnungswidrigkeitenverfahren ein – bei der Hälfte der überprüften Mietwagen wurden Verstöße gegen das Personenbeförderungsrecht festgestellt. Besonders Fahrer von Uber und Bolt mussten mit Bußgeldern und juristischen Konsequenzen rechnen, weil sie zentrale Vorschriften ignorierten.
Die großangelegten Überprüfungen begannen 2025 und richteten sich vor allem gegen Vermietungsfirmen, die mit Uber und Bolt zusammenarbeiten. Bis zum 24. Januar 2026 hatten die Behörden bereits 140 illegale Fahrzeuge vom Verkehr gezogen. Viele Fahrer hielten sich nicht an die sogenannte Rückkehrpflicht, die vorschreibt, nach jeder Fahrt zum Firmensitz zurückzukehren. Stattdessen blieben sie in stark frequentierten Gebieten und nahmen Fahrgäste wie Taxis auf.
Die Kölner Taxi-Genossenschaft ging noch einen Schritt weiter und reichte über 100 Klagen gegen Fahrer ein, die ohne gültige Genehmigung unterwegs waren. Gerichte verhängten daraufhin hohe Strafen – sowohl gegen die Fahrer als auch gegen die Vermietungsfirmen. Zwei Unternehmen, die CopeCart GmbH und Samer Consulting, gerieten zudem wegen illegaler Schulungsprogramme und unzulässiger Datenspeicherung in den Fokus der Ermittler. Uber verteidigte sein Geschäftsmodell und betonte, dass alle Partnerunternehmen die gesetzlichen Vorgaben einhalten müssten. Die Plattform bestehe darauf, in Deutschland keine eigene Flotte zu betreiben. Kritiker hingegen argumentieren, dass die Durchsetzung der Rückkehrpflicht Ride-Hailing deutlich weniger effizient machen würde. Längere Wartezeiten und höhere Kosten könnten die Preise für Kunden in die Höhe treiben.
Zollbeamte durchleuchten die Branche inzwischen noch genauer. Der Verdacht auf Schwarzarbeit, Sozialbetrug und Steuerhinterziehung hat zu laufenden Ermittlungen geführt. Mehrere Unternehmen stehen wegen ausstehender Abgaben und finanzieller Unregelmäßigkeiten unter Beobachtung.
Die verschärften Kontrollen haben in Köln bereits zu einer strikteren Durchsetzung des Personenbeförderungsrechts geführt. Mit 140 stillgelegten Fahrzeugen und verhängten Strafen sendet die Stadt ein klares Signal an die Ride-Hailing-Anbieter. Weitere Rechtsstreitigkeiten und finanzielle Prüfungen sind zu erwarten, während die Ermittlungen andauern.






