Klimaproteste im Ruhrgebiet: Ende Gelände legt Industrieanlagen lahm und fordert radikalen Wandel
Toralf ZänkerKlimaproteste im Ruhrgebiet: Ende Gelände legt Industrieanlagen lahm und fordert radikalen Wandel
Eine Welle von Klimaprotesten hat diese Woche das Ruhrgebiet erfasst. Aktivistinnen und Aktivisten der kapitalismuskritischen Gruppe Ende Gelände legten Industrieanlagen und Kraftwerke lahm, wobei am Samstag tausende weitere Demonstranten erwartet werden. Die Proteste richten sich gegen die Pläne der Bundesregierung, neue Gaskraftwerke zu bauen und die fossile Energieerzeugung auszuweiten.
Am Freitag nahmen rund 1.500 Menschen an Aktionen teil, die von Ende Gelände organisiert wurden. Aktivisten besetzten Gleisanlagen des Europipe-Werks in Mülheim an der Ruhr, während andere den Schichtwechsel im Stahlwerk Friedrich Wilhelms Hütte blockierten. Unterdessen zogen in Hamm Demonstranten in Richtung Hauptbahnhof und trugen Transparente mit Parolen wie „Energiekonzerne enteignen!“.
Eine weitere Gruppe blockierte das Kraftwerk Scholven in Gelsenkirchen und kritisierte damit die Regierungspläne, Kohle durch Gas zu ersetzen. Zwar hatte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen zuvor ein von der Polizei verhängtes Demonstrationsverbot für das Kraftwerk Gersteinwerk bestätigt, doch die Organisatoren kündigten an, die Proteste fortzusetzen – möglicherweise mit einer Verlegung der Auftaktkundgebung in die Nähe von Hamm.
Die Proteste fallen in eine Phase, in der Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche den Bau von etwa 20 neuen Gaskraftwerken vorantreibt, darunter eines in Bergkamen. Zudem plant die Regierung, sich mit einer Milliardenbeteiligung an KNDS zu beteiligen, dem Betreiber der Friedrich Wilhelms Hütte – ein Vorhaben, das auf scharfe Kritik der Aktivisten stößt.
Mit der für Samstag erwarteten Großdemonstration wird deutlich, wie stark der Widerstand gegen die deutsche Energiepolitik wächst. Umweltgruppen, darunter auch Greta Thunberg, unterstützen die Bewegung, die einen sofortigen Ausstieg aus der fossilen Energieerzeugung fordert. Die umstrittene Gas- und Industriepolitik der Regierung bleibt damit ein zentraler Konfliktpunkt.






