17 January 2026, 13:44

Kirchenpräsident warnt vor gefährlicher Vermengung von Christentum und Rechtsextremismus in Deutschland und den USA

Ein Plakat mit einem Zitat von Präsident Joe Biden über die Wiederherstellung der Seele des Landes, den Wiederaufbau der Mittelschicht und die Vereinigung des Landes.

Präses Latzel warnt vor politischer Missbrauch des Glaubens - Kirchenpräsident warnt vor gefährlicher Vermengung von Christentum und Rechtsextremismus in Deutschland und den USA

Thorsten Latzel, Präsident der Evangelischen Kirche im Rheinland, hat vor der zunehmenden Vermischung von Religion und rechtsextremer Politik gewarnt. Auf der bis Dienstag tagenden Synode der Kirche kritisierte er sowohl US-amerikanische Evangelikale, die Donald Trump unterstützen, als auch deutsche christliche Meinungsmacher, die sich mit der Alternative für Deutschland (AfD) verbünden. Die Synode vertritt rund zwei Millionen Mitglieder in vier deutschen Bundesländern.

Latzel verurteilte die Instrumentalisierung evangelikaler Christen durch Trump, der als "messianischer Erlöser" stilisiert werde. Jesus dürfe nicht als Rechtfertigung für Nationalismus oder Imperialismus herhalten, betonte er. Stattdessen forderte er eine erneute Konzentration auf den Frieden und warnte, die aktuelle "Militarisierung des Denkens" lenke Ressourcen von der Bekämpfung des Klimawandels und der Armut ab.

Mit Blick auf Deutschland wies Latzel auf eine "gefährliche Verschmelzung von Politik, Populismus und Religion" hin, die an Einfluss gewinne. Er verwies auf christliche Meinungsmacher, die zunehmend die AfD unterstützen – obwohl der Verfassungsschutz die Partei als "gesichert rechtsextremistisch" einstuft. Zwar liegt die AfD in ostdeutschen Bundesländern wie Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern vor den Wahlen 2026 bei rund 40 Prozent, doch lehnen etablierte Parteien wie CDU und SPD jede Zusammenarbeit weiterhin ab. International hat die AfD jedoch informelle Kontakte geknüpft, insbesondere zu US-Republikanern. Nach früheren Ausschlüssen wird die Partei 2026 wieder an der Münchner Sicherheitskonferenz teilnehmen – ein Zeichen für gemeinsame konservative und sicherheitspolitische Interessen. US-Politiker wie JD Vance hatten die Ausgrenzung der AfD kritisiert und damit die Debatte über ihre Rolle in der internationalen Politik weiter angeheizt.

Latzels Äußerungen fallen in die laufenden Beratungen der rheinischen Landessynode. Seine Warnungen unterstreichen die Spannungen zwischen Glaube, Politik und Extremismus – sowohl in Deutschland als auch in den USA. Die regionale Dominanz der AfD und ihre internationalen Verknüpfungen bleiben indes umstritten, während die demokratischen Parteien im Inland an ihrer strikten Absage zu Kooperationen festhalten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones