23 April 2026, 14:26

Kim de l'Horizons Debütroman feiert atemberaubende Bühnenpremiere in Berlin

Eine farbenfrohe Papierreproduktion, die die Lebensphasen von Frauen von der Kindheit bis ins hohe Alter zeigt, mit fetter Schrift und detaillierten Elementen.

Kim de l'Horizons Debütroman feiert atemberaubende Bühnenpremiere in Berlin

Bühnenadaption von Kim de l'Horizons preisgekröntem Debütroman feiert Premiere vor ausverkauftem Haus im Berliner Vaganten Bühne

Eine Bühnenfassung von Kim de l'Horizons gefeiertem Debütroman hat im Berliner Vaganten Bühne vor ausverkauftem Publikum Premiere gefeiert. Das Stück begleitet Kim, eine genderfluide Erzählfigur, deren Reise durch Erinnerung und Identität sich unter einer Blutbuche entfaltet – einem Baum, den ihr Urgroßvater einst pflanzte. Drei Schauspieler:innen verleihen Kims Geschichte Leben in einer Inszenierung, die rohe Emotionen und eindrucksvolle Bilder vereint.

Der Roman, für den Kim de l'Horizon 2022 sowohl den Deutschen als auch den Schweizer Buchpreis erhielt, dreht sich um eine Protagonist:in, deren Körper sich binären Definitionen entzieht. Kims Suche nach Selbstakzeptanz beginnt, als die Demenz ihrer Großmutter sie zwingt, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Unter der Blutbuche – dem einzigen Ort, an dem sie sich sicher fühlt – stößt sie auf verdrängte Familientraumata und hinterfragt die Ursprünge ihrer Scham.

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Auf der Bühne teilen sich Julian Trostorf, Annemie Twardawa und Emma Zeisberger die Rolle der Kim und verkörpern jeweils unterschiedliche Facetten ihrer zersplitterten Identität. Das Bühnenbild spiegelt diese Fragmentierung wider: zerrissene, beige Strumpfhosen hängen von der Decke, beschwert mit Sand und Bällen – ein Symbol für die Schwere der Erinnerung. Kims kindliche Wut auf ihre Großmutter, Grandsea, bricht sich Bahn, nachdem diese ihre Kleidungswahl ablehnt, und vertieft so ihren Kampf, Liebe und Zurückweisung zu vereinen.

Während die Handlung zwischen Vergangenheit und Gegenwart oszilliert, verfolgt Kim die Geschichte der Blutbuche und enthüllt, wie sich Generationen von Schmerz in ihrer Existenz manifestieren. Ihre Suche, Scham in Akzeptanz zu verwandeln, wird zu einer kraftvollen Erkundung von Genderfluidität und Zugehörigkeit.

Die Premiere markiert einen mutigen Schritt, Kim de l'Horizons literarisches Werk auf die Theaterbühne zu bringen. Mit der ausverkauften Erstaufführung unterstreicht das Stück die wachsende Nachfrage nach Geschichten, die traditionelle Identitätsnarrative herausfordern. Die Verbindung von persönlichem und generationenübergreifendem Trauma bietet einen schonungslosen, eindringlichen Blick darauf, was es bedeutet, jenseits fester Grenzen zu existieren.

Quelle