27 February 2026, 14:12

KI-Kameras sollen Schleichverkehr in Bergisch Gladbach stoppen – doch Datenschutz bleibt umstritten

Eine belebte Stadtstraße mit zahlreichen Fahrzeugen, hohen Gebäuden, Verkehrsampeln, Strommasten mit Drähten, Texttafeln, Bäumen und einem bewölkten Himmel.

KI-Kameras sollen Schleichverkehr in Bergisch Gladbach stoppen – doch Datenschutz bleibt umstritten

Großbaustelle in Bergisch Gladbach: Forderungen nach schärferen Verkehrskontrollen

Die neuneinhalbmonatige Vollsperrung der Altenberger Domstraße in Schildgen ab dem 9. Februar 2026 hat Debatten über strengere Verkehrsüberwachung ausgelöst. Die Fraktion Volt/FWG fordert nun den Einsatz KI-gestützter Kameras, um die Missachtung von Anliegerstraßen wie dem Nittumer Weg oder Zehntweg durch Schleichverkehr zu unterbinden.

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Ursprünglich sollte die Sperrung zwischen Leverkusener Straße und Schlebuscher Straße bereits am 19. Januar 2026 beginnen, verzögerte sich jedoch um drei Wochen. Seit dem 9. Februar laufen die Bauarbeiten, die voraussichtlich bis etwa November andauern. Offizielle Umleitungen führen über Leverkusen-Schlebusch und verlängern die Fahrzeit zwischen Odenthal und Paffrath um rund 20 Minuten.

Die Volt/FWG warnt, dass der bereits stark frequentierte Nittumer Weg trotz des "Anlieger frei"-Schildes als Schleichweg genutzt werden könnte – ein Problem, das schon jetzt viele Autofahrer ignorieren. Als Lösung schlagen sie Kamerasysteme an Ein- und Ausfahrten vor, die mithilfe Künstlicher Intelligenz Kennzeichen und Zeitstempel abgleichen, dabei aber datenschutzkonform arbeiten.

Vor der Umsetzung pocht die Fraktion auf eine klare rechtliche Grundlage, Transparenz für die Öffentlichkeit und eine Kosten-Nutzen-Analyse. Auf der Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr am 3. März 2026 wird sie einen Antrag auf Machbarkeitsstudie einbringen. Bei Erfolg ließe sich das Modell später mit geringem Aufwand auf weitere Umleitungsstrecken in der Stadt übertragen.

Die Sperrung der Altenberger Domstraße dauert voraussichtlich bis Ende 2026 an und verlängert für Anwohner die Fahrzeiten deutlich. Die geplanten Kameras sollen unbefugte Kurzstreckenfahrten verhindern und die Belastung in Wohngebieten verringern. Eine Entscheidung über das Vorhaben wird nach der März-Sitzung erwartet.