21 March 2026, 10:12

Justizvollzugsanstalt Willich I setzt auf Resozialisierung mit modernem Therapiekonzept

Alte Zeichnung eines großen Gebäudes mit vielen Fenstern, umgeben von Menschen, Holzscheiten und anderen Gegenständen, mit Text unten lesbar "1853 – das Gefängnis des dresdner Konzentrationslagers".

Justizvollzugsanstalt Willich I setzt auf Resozialisierung mit modernem Therapiekonzept

Justizvollzugsanstalt Willich I in Nordrhein-Westfalen wird deutlich erweitert – ein Wandel im Gefängnisdesign der Region

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Die Justizvollzugsanstalt Willich I in Nordrhein-Westfalen durchläuft eine umfassende Erweiterung, die einen Paradigmenwechsel im Gefängnisbau der Region einläutet. In der zweiten Bauphase, die von der Landesbetrieb Bau- und Liegenschaftsmanagement NRW (BLB NRW) geleitet wird, entstehen moderne, therapieorientierte Einrichtungen, die sich von herkömmlichen, auf Isolation ausgerichteten Zellen abgrenzen. Mit über 6.500 Quadratmetern zusätzlicher Fläche soll das Projekt die Bedingungen für sowohl Inhaftierte als auch Mitarbeiter verbessern.

Die Bauarbeiten auf dem Gelände begannen im August 2023, nachdem Teile des alten Gefängnisses abgerissen worden waren. Kurz darauf startete die Erdarbeit für das Haftgebäude 2, wobei der Fortschritt zunächst durch kaltes Wetter gebremst wurde. Dennoch sind die Rohbauten der neuen Gebäude nun fertiggestellt und liegen im Zeitplan.

Die Erweiterung umfasst zwei Haftgebäude, Werkstätten sowie ein Multifunktionsgebäude auf einer Fläche von 27.000 Quadratmetern. Das Haftgebäude 1 mit 400 Plätzen wurde im Juni 2024 an die Gefängnisverwaltung übergeben. Das rund 6.000 Quadratmeter große Haftgebäude 2 wird 368 weitere Plätze bieten – darunter Einzel- und Gemeinschaftszellen, zwei barrierefreie Zellen sowie eine spezielle Abteilung für Sozialtherapie.

Die neuen Therapiebereiche in Haftgebäude 2 sind offen gestaltet, ähnlich wie in Wohnheimen, mit gemeinsamen Aufenthaltsräumen und Gruppentherapieräumen. Natürliches Licht durchflutet diese Zonen und bildet damit einen deutlichen Kontrast zu den typischen Einzelzellen der Region, die auf Isolation und Sicherheit ausgelegt sind. In der zweiten Phase werden zudem Werkstätten und ein Multifunktionsgebäude über neue Verbindungsbauten an Haftgebäude 2 angebunden; die Rohbauarbeiten für diese Erweiterungen sind bereits abgeschlossen. Auch eine Außen-Sportanlage gehört zum Modernisierungspaket.

Nach Fertigstellung wird die Justizvollzugsanstalt Willich I über insgesamt 768 Haftplätze verfügen und damit eine zentrale Rolle bei der Modernisierung des nordrhein-westfälischen Strafvollzugs einnehmen. Das Konzept setzt auf Resozialisierung und Wiedereingliederung statt auf reine Bestrafung.

Die zweite Bauphase verläuft planmäßig, und die wichtigsten Strukturen stehen bereits. Das erweiterte Gefängnis wird verbesserte Möglichkeiten für Therapie und tägliche Aktivitäten bieten und so einen rehabilitativen Ansatz fördern. Die vollständige Fertigstellung der Justizvollzugsanstalt Willich I markiert einen bedeutenden Schritt bei der Erneuerung der korrektionalen Infrastruktur der Region.

Quelle