31 December 2025, 22:28

Jörg Wagners Abschied beim RBB markiert das Ende einer kritischen Ära

Eine Konferenzszene mit Sitzplätzen und einer Bühne, auf der eine Diskussion zwischen Medienvertretern und Eigentümern stattfindet, mit einem großen Banner und einer Wand im Hintergrund.

Jörg Wagners Abschied beim RBB markiert das Ende einer kritischen Ära

Eine Abschiedsfeier für Jörg Wagner markierte das Ende einer Ära bei radioeins. Der langjährige Moderator des Medienmagazins wurde im Rahmen umfassender Umstrukturierungen beim RBB in den Ruhestand gedrängt. Die Veranstaltung fand auf der Dachterrasse des Senders statt – ein Raum, den RBB Media zur Verfügung stellte, nicht etwa das Büro der Intendantin.

Wagners Abschied ist Teil einer Reihe erzwungener Verabschiedungen, darunter auch die des Senderveteranen Uli Zelle. Gleichzeitig spürt der RBB an anderen Stellen: Die Anzahl der Medienmagazin-Folgen wird reduziert, die Sendung wird unter neuer Führung vorproduziert, um Kosten zu sparen.

Bei der Abschiedsfeier trafen sich Medienvertreter:innen, darunter ein ehemaliger Chefredakteur von Business Insider sowie Vertreter des BDZV. Auffällig abwesend waren hingegen RBB-Führungskräfte, die mit Wagner wiederholt aneinandergestoßen waren – vor allem wegen seines scharfen, oft düsteren Humors. Selbst David Biesinger, der ehemalige Chefredakteur, der mittlerweile eine andere Führungsposition innehat, ließ sich nicht blicken.

Wagners letzte Folge des Medienmagazins wurde am 27. Dezember 2025 ausgestrahlt – unter dem Motto „Die vorzeitige Beerdigung“ – eine Anspielung auf seinen erzwungenen Abschied. Seine Nachfolgerin, Teresa Sickert, übernimmt am 10. Januar 2026 und wird die Sendung künftig vorproduzieren, um ihren „familienfreundlichen“ Arbeitszeiten gerecht zu werden. Doch Wagner verlässt die Medienkritik nicht: Gemeinsam mit Philipp Nitzsche startet er Medienhölle, einen neuen Podcast, der an seinen journalistischen Stil anknüpft. Die erste Folge erscheint genau an dem Tag, an dem das Medienmagazin zum ersten Mal sendepausenbedingt schweigt.

Die Sparmaßnahmen des RBB beschränken sich nicht auf Personal. Wagners ehemaliger Podcast, einst unabhängig, unterliegt nun der redaktionellen Kontrolle durch Ulrike Demmer. Die Veränderung spiegelt eine strengere Inhaltssteuerung wider, während der Sender sein Programm neu ausrichtet.

Mit Wagners Abgang endet ein Kapitel bei radioeins: Jüngere Moderator:innen und vorproduzierte Formate ersetzen Live-Sendungen. Die Umstrukturierung beim RBB bedeutet weniger Folgen und eine schärfere Aufsicht über begleitende Podcasts. Sein neues Projekt Medienhölle wird zeigen, ob sein Publikum ihm auch jenseits der Senderfrequenzen folgt.

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