Infineon streicht Hunderte Jobs in Warstein – Fokus auf Windkraft und Solartechnik
Salvatore HarloffInfineon streicht Hunderte Jobs in Warstein – Fokus auf Windkraft und Solartechnik
Infineon baut Stellen am Standort Warstein ab – Umstieg auf Industrieanwendungen nach EV-Nachfrageeinbruch
Nach einem deutlichen Rückgang der Nachfrage nach Elektrofahrzeugen streicht Infineon Arbeitsplätze an seinem Werk in Warstein. Das Unternehmen verlagert seinen Fokus nun auf industrielle Anwendungen, darunter Windkraft, Solartechnik und Ladeinfrastruktur. Die Geschäftsführung plant, Hunderte von Stellen abzubauen – ohne betriebsbedingte Kündigungen.
Laut Unternehmensangaben entfallen am Standort Warstein künftig "mehrere hundert" Arbeitsplätze. Um Entlassungen zu vermeiden, sollen Vorruhestandsregelungen und Abfindungsprogramme angeboten werden. Unberührt von den Kürzungen bleiben lediglich die Bereiche Windenergie, Solar und Ladeinfrastruktur.
Gleichzeitig hat Infineon eine neue Produktlinie namens EasyPACK C auf den Markt gebracht, die auf Siliziumkarbid-Technologie basiert. Die für den Industrieeinsatz konzipierten Module richten sich an Schnellladestationen und Energiespeichersysteme. Sie bieten eine höhere Leistungsdichte und halten deutlich länger als ihre Vorgänger.
Die Produktion von Leistungsmodulen wird am ungarischen Standort Cegléd gebündelt, um Überkapazitäten abzubauen. Unterdessen warten Anleger gespannt auf die Quartalszahlen für das vierte Geschäfstquartal, die am 12. November veröffentlicht werden und die künftige Entwicklung der Aktie prägen könnten. Analysten hatten Aktionäre nach einem Bericht vom 30. Oktober zum Nachfragerückgang im Automobilsektor und der neuen Industrieoffensive bereits zu schnellem Handeln gemahnt.
Die Stellenstreichungen erfolgen im Zuge von Infineons strategischer Neuausrichtung – weg vom schwächelnden E-Auto-Sektor, hin zu industriellen Märkten. Mit der EasyPACK-C-Serie und der Produktionsverlagerung will das Unternehmen seine Geschäfte stabilisieren. Die Aktionäre werden den Gewinnbericht im November genau unter die Lupe nehmen, um weitere Weichenstellungen abzulesen.






