Hunderte protestieren in Ahaus gegen geplante Atommüll-Transporte durch Deutschland
Salvatore HarloffNeuer Protest gegen Castor-Transport von Atommüll in Ahaus - Hunderte protestieren in Ahaus gegen geplante Atommüll-Transporte durch Deutschland
Rund 450 Demonstranten versammelten sich am Samstag in Ahaus, um gegen geplante Transporte von radioaktivem Abfall zu protestieren. Im Mittelpunkt der Kundgebung standen anstehende Lieferungen von nuklearem Material aus Forschungszentren in Jülich, Garching und Berlin zu einem Zwischenlager in Deutschland. Die Veranstalter warnten, dass der erste Abtransport bereits vor dem Osterwochenende beginnen könnte.
Die Protestaktion wurde von einem breiten Bündnis aus 58 Gruppen organisiert, darunter Klimaschutzorganisationen, Kirchen, politische Parteien und lokale Initiativen. Hauptkritikpunkt ist der geplante Transport von 154 Castor-Behältern – 152 aus Jülich und zwei aus Garching – in das Zwischenlager in Deutschland. Gegner argumentieren, dass die Verlagerung des Atommülls zwischen provisorischen Standorten wenig sinnvoll sei, solange Deutschland noch immer über kein Endlager verfüge.
Die Genehmigung für die Jülicher Transporte über Autobahnen erteilte das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) bereits am 25. August. Ein Gerichtsurteil vom 2. März ebnete den Weg für die ersten Lieferungen, wobei genaue Zeitpläne und Routen weiterhin geheim gehalten werden. Die Demonstranten befürchten, dass die Transporte bereits in den kommenden Tagen beginnen könnten – kurz nach der Kundgebung am 7. März.
Viele Teilnehmer der Demonstration fragten sich, warum der Atommüll überhaupt verlagert werde, ohne dass ein Endlager in Sicht sei. Zudem äußerten sie Bedenken hinsichtlich der Sicherheit beim Transport hochradioaktiven Materials durch besiedelte Gebiete in Deutschland.
Die Proteste verdeutlichten den anhaltenden Widerstand gegen die Logistik der Atomabfallentsorgung in Deutschland. Da es noch immer kein Endlager gibt, müssen Zwischenlager wie das in Ahaus genutzt werden. Die Behörden haben bisher weder konkrete Termine noch Sicherheitsmaßnahmen für die anstehenden Transporte in Deutschland bekannt gegeben.






