05 February 2026, 16:34

GTime entfacht Gehaltsdebatte: Wie viel sind Editoren in der Streaming-Szene wirklich wert?

Ein Cartoon-Mann in einem blauen Hemd steht entschlossen vor einer Whiteboard mit dem Text "Das Netzwerk ist machtvoller als der Knoten usw." und einem Diagramm.

GTime entfacht Gehaltsdebatte: Wie viel sind Editoren in der Streaming-Szene wirklich wert?

Eine hitzige Debatte über die Bezahlung von Editoren spaltet die deutsche YouTube- und Twitch-Community. Die Diskussion entbrannte, nachdem der Streamer GTime seine Entscheidung verteidigte, seinem Editor ein deutlich überdurchschnittliches Gehalt zu zahlen. Gleichzeitig ist GTimes eigene Popularität in die Höhe geschnellt – und lenkt damit neue Aufmerksamkeit auf die Frage, wie Content-Creator ihre Teams entlohnen.

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In den vergangenen fünf Jahren sind die Gehälter von Editoren in der deutschen Gaming- und Streaming-Szene stetig gestiegen. 2021 lagen die durchschnittlichen Bruttojahresgehälter noch zwischen 25.000 und 35.000 Euro. Bis 2026 kletterte dieser Wert auf 40.000 bis 55.000 EUR – angetrieben durch die wachsende Nachfrage nach hochwertigen Inhalten, die Inflation und die zunehmende Professionalisierung der Branche. Dennoch variieren die Einkommen stark, je nach Erfahrung, Größe des Streamers und Standort: Editoren in Städten wie Berlin oder München verdienen oft mehr als anderswo.

Die Debatte gewann an Fahrt, nachdem Papaplatte für die Unterbezahlung seines Editors in die Kritik geraten war und sich später öffentlich entschuldigte. Andere, wie Trymacs, sprachen sich zunächst für eine Obergrenze bei Editoren-Gehältern aus, ruderten später jedoch zurück. Jetzt rückte GTime in den Mittelpunkt der Diskussion, nachdem bekannt wurde, dass er seinem Editor Enno ein festes Monatsgehalt von 4.800 Euro brutto zahlt – plus die Hälfte der Einnahmen seines YouTube-Kanals. Dieses Modell gilt im Branchenvergleich als außergewöhnlich großzügig.

Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Streamer gTasty hinterfragte, ob eine solche Bezahlung gerechtfertigt sei, und bezeichnete Editoren als austauschbare Ressourcen. GTime konterte scharf: Menschen dürften nicht auf bloße "Assets" reduziert werden. Zudem betonte er Ennos Leidenschaft und Engagement als zentrale Gründe für die hohe Vergütung. Sein eigener Aufstieg – getragen von einer geänderten Content-Strategie und beharrlichem Einsatz – hat die Debatte zusätzlich befeuert.

Der Streit um faire Löhne für Editoren bleibt ungelöst. GTimes Ansatz sticht als ungewöhnlich großzügig hervor, während andere in der Branche ihre Richtlinien weiter anpassen. Mit steigenden, aber nach wie vor uneinheitlichen Gehältern spiegelt die Diskussion die größeren Spannungen um Professionalität und Fairness in der deutschen Streaming-Szene wider.