Grimme Online Award: Preisträger lehnen Auszeichnung nach Jury-Streit ab
Toralf ZänkerGrimme Online Award: Preisträger lehnen Auszeichnung nach Jury-Streit ab
Preisträger lehnen Auszeichnung ab
Zwei Preisträger des Preises für Netzkultur verzichten auf die Auszeichnung. Hintergrund ist der Streit um die Ehrung einer Nahost-Aktivistin.
- Oktober 2025, 06:44 Uhr
Bei der Verleihung des Grimme Online Awards 2025 kam es zu einem Eklat, als zwei ausgezeichnete Filmemacher ihre Preise demonstrativ ablehnten. Die Regisseure Moritz Riesewieck und Hans Block verließen die Bühne, ohne die Auszeichnung entgegenzunehmen, und lösten damit eine Debatte über die Unabhängigkeit der Jury aus. Auslöser des Konflikts war die zuvor zurückgezogene Ehrung für die Aktivistin Judith Scheytt.
Die Preisverleihung fand am 29. Januar 2025 statt, bei der zahlreiche digitale Projekte gewürdigt wurden. Zu den Preisträgern zählten unter anderem Gesundheits- und Lifestyle-Formate wie Little Monsters (WDR) und Know & Grow (SWR für funk). Weitere ausgezeichnete Arbeiten waren Gynaekollege, Femizide stoppen, Barrierebrecher, Parlamentsrevue sowie Herbst 89 – Auf den Straßen von Leipzig. Auch Eugen Rochko, der Schöpfer der nicht-kommerziellen Plattform Mastodon, erhielt eine Auszeichnung.
Der Vorfall wirft Fragen nach der Autonomie von Preisjurys und der Transparenz von Institutionen auf. Das Grimme-Institut steht nun unter Druck, seine Verbindungen zum Trägerverein zu reformieren. Der abgelehnte Preis bleibt derweil ein Symbol für den anhaltenden Streit um die aberkannte Ehrung für Scheytt.






