Gremmendorfs umstrittene Straßennamen: Bezirksrat stimmt über kolonialbelastete Wege ab
Janin FinkeGremmendorfs umstrittene Straßennamen: Bezirksrat stimmt über kolonialbelastete Wege ab
Bezirksrat Südost entscheidet über Straßenumbenennungen in Gremmendorf
Bezirksrat Südost entscheidet über Straßenumbenennungen in Gremmendorf
- Dezember 2025
Der Bezirksrat Südost der Stadt Münster wird am 9. Dezember 2025 darüber abstimmen, ob zwei Straßen in Gremmendorf umbenannt werden, die mit Deutschlands kolonialer Vergangenheit verbunden sind. Der Lüderitzweg und der Woermannweg ehren derzeit Persönlichkeiten, denen schwere Menschenrechtsverletzungen in Namibia vorgeworfen werden. Die geplanten Änderungen folgen jahrelangen öffentlichen Debatten und offiziellen Bewertungen ihres historischen Erbes.
Die Straßen waren ursprünglich während der NS-Zeit benannt worden. Doch die Richtlinien Münsters für öffentliche Ehrungen sehen vor, dass Umbenennungen möglich sind, wenn Namensgeber mit Unrecht in Verbindung stehen. Zwischen 2020 und 2025 forderten mehrere Petitionen die Streichung der Namen von Adolf Lüderitz und Adolph Woermann wegen ihrer Rolle bei kolonialen Gräueltaten. Eine spätere Prüfung durch die Stadtverwaltung bestätigte, dass beide Männer gegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen verstoßen hatten.
Die Abstimmung am 9. Dezember wird entscheiden, ob die Straßen künftig Namen tragen, die das Erbe der Nama widerspiegeln. Bei einer Zustimmung würden die kolonialzeitlichen Bezüge durch Namen ersetzt, die mit den indigenen Gemeinschaften Namibias verbunden sind. Das Ergebnis folgt auf Jahre der Petitionen, Bürgerbeteiligung und amtlicher Überprüfungen.






