Glamour und Gesellschaftskritik: "Rosenstrauch-Schnitt" polarisiert bei der Berlinale 2025
Janin FinkeGlamour und Gesellschaftskritik: "Rosenstrauch-Schnitt" polarisiert bei der Berlinale 2025
Weltpremiere von Rosenstrauch-Schnitt bei der Berlinale – scharfe Satire und Staraufgebot auf dem roten Teppich
Die Weltpremiere von Rosenstrauch-Schnitt feierte bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin ihre Uraufführung und sorgte sowohl mit ihrer bissigen Gesellschaftssatire als auch mit einem glamourösen Staraufmarsch für Furore. Unter der Regie des Berlinale-Veteranen Karim Aïnouz neu interpretiert der Film Marco Bellocchios Kultwerk Faust in der Tasche und erzählt mit opernhafter Überzeichnung von Reichtum, Trauma und familiärem Zerwürfnis. Zu den prominenten Gästen zählte überraschend auch Popstar Dua Lipa, die an der Seite ihres Verlobten, Hauptdarsteller Callum Turner, den roten Teppich betrat.
Das Drama begleitet vier amerikanische Geschwister, die mit Isolation, ihrem geerbten Vermögen und zerrütteten Beziehungen kämpfen. Als der älteste Bruder ankündigt, mit seiner Freundin zusammenziehen zu wollen, eskalieren die Spannungen – und alte, tief sitzende Konflikte brechen auf. Aïnouz, bekannt für seine prägnanten Berlinale-Beiträge, bezeichnete das Projekt als eine "düstere Komödie über den Verfall patriarchaler Strukturen".
Auf der Pressekonferenz sah sich Turner mit Fragen zu Gerüchten konfrontiert, er stehe als nächster James Bond in der engeren Auswahl. Der Schauspieler wischte die Spekulationen mit dem Hinweis beiseite, es sei "viel zu früh", darüber zu sprechen. Co-Star Tracy Letts lockerte die Stimmung auf, indem er scherzhaft vorschlug, er solle doch der nächste 007 werden.
Auf dem roten Teppich präsentierte sich Turner in einem schlichten, eleganten braunen Anzug, während Lipa in einem romantischen, durchsichtigen Spitzenkleid für Aufsehen sorgte. Das Paar, das den Valentinstag auf dem Festival feierte, posierte gemeinsam für die Fotografen. Für Lipa war es der erste Besuch der Berlinale.
Rosenstrauch-Schnitt erntete bei der Premiere begeisterte Kritiken – besonders Aïnouzs mutige Regie und Turners schauspielerische Leistung wurden früh gelobt. Die Themen Reichtum und familiäre Zerrüttung trafen beim Publikum auf großen Widerhall, während die glamourösen Momente auf dem roten Teppich dem Festival zusätzlichen Glanz verliehen. Die Bond-Gerüchte um Turner hingegen bleiben vorerst ungeklärt.






