Gewalt gegen Obdachlose erreicht 2023 traurigen Höchststand mit 17 Prozent mehr Straftaten
Agata HübelGewalt gegen Obdachlose erreicht 2023 traurigen Höchststand mit 17 Prozent mehr Straftaten
Gewalt gegen Obdachlose in Deutschland stieg 2023 stark an
Im Jahr 2023 haben die Straftaten gegen obdachlose Menschen in Deutschland deutlich zugenommen. Die Zahl der erfassten Delikte stieg um fast 17 Prozent auf 2.563 Fälle. Eine Bundestagsabgeordnete warnt, dass das tatsächliche Ausmaß der Gewalt noch weit größer sein könnte.
Offizielle Statistiken zeigen einen deutlichen Anstieg der Angriffe auf Obdachlose im vergangenen Jahr. Neun Menschen wurden bundesweit bei gewalttätigen Übergriffen getötet. Die meisten Vorfälle gab es in Berlin mit 592 Fällen, gefolgt von Bayern mit 492 und Nordrhein-Westfalen mit 310 registrierten Straftaten.
Die Mehrheit der Opfer waren Männer – in über 2.000 Fällen wurden sie angegriffen. Bei etwa 500 Delikten waren Frauen betroffen. Sahra Mirow, Abgeordnete der Linken, betonte, dass diese Zahlen das wahre Problem wahrscheinlich unterschätzen, da viele Fälle nicht angezeigt werden und die Erfassungspraxis uneinheitlich ist.
Die Aufklärungsquote bei diesen Straftaten liegt unter dem bundesweiten Durchschnitt. Während in Deutschland insgesamt 77,5 Prozent aller gemeldeten Delikte aufgeklärt werden, konnten 2023 nur 66,5 Prozent der Gewalttaten gegen Obdachlose geklärt werden.
Die Daten zeigen einen besorgniserregenden Trend: Die Gewalt gegen diese schutzbedürftige Gruppe nimmt zu. Gleichzeitig gestaltet sich die Aufklärung dieser Taten schwieriger als im Durchschnitt – weniger als sieben von zehn Straftaten werden gelöst. Die Behörden stehen weiterhin vor der Herausforderung, diese Delikte präzise zu erfassen und wirksam zu bekämpfen.






