20 February 2026, 04:24

Gericht stoppt Fake-Profil von Jan Böhmermann auf X – jetzt droht Plattform Klage

Es ist an der Zeit, Social-Media-Plattformen zur Rechenschaft zu ziehen.

Gericht stoppt Fake-Profil von Jan Böhmermann auf X – jetzt droht Plattform Klage

Das Landgericht Köln hat eine einstweilige Verfügung gegen X erlassen und damit ein Fake-Profil blockiert, das den Satiriker Jan Böhmermann nachahmte. Der betrügerische Account mit dem Namen "Jan Boehmermann (Parodie) ZDF Neo Royale" nutzte sein Bild, um Beiträge zu verbreiten, die angeblich Hass gegen ihn schüren sollten.

Mittlerweile laufen rechtliche Schritte: Böhmermanns Team bereitet weitere Maßnahmen vor, um die Plattform für ihre Rolle bei der Täuschung zur Verantwortung zu ziehen.

Das Fake-Profil war wochenlang aktiv und veröffentlichte mehrmals täglich unter Böhmermanns Namen und mit seinem Profilbild. Laut seinen Anwälten sollten die Posts rechtsextreme Nutzer gegen ihn aufhetzen. Die Reichweite des Accounts überstieg eine Million Aufrufe pro Beitrag – und verstärkte so die Wirkung der Falschinformationen.

Anwälte schätzen, dass der Betrüger durch Werbung und Premium-Features mindestens 100.000 Euro erwirtschaftet hat. Diese Summe basiert auf den üblichen Monetarisierungsraten von X – zwischen 0,01 und 0,05 Euro pro Aufruf – sowie auf Screenshots der Beiträge, Follower-Zahlen und Vergleichen mit ähnlichen prominenten Fällen.

X hat nun die Möglichkeit, gegen die einstweilige Verfügung Widerspruch einzulegen. Böhmermanns Team plant unterdessen, das Unternehmen später zu verklagen, um die Gewinne offenzulegen, die mit Desinformation unter seinem Namen erzielt wurden. Der Satiriker verfolgt den Fall aus Prinzip: Er will X' Umgang mit Fake-Accounts und die Plattformverantwortung infrage stellen.

Das Kölner Urteil ist der erste juristische Schritt in einem Verfahren, das sich zu einem größeren Streit über die Verantwortung für Identitätsdiebstahl und kommerzialisierte Falschinformationen in sozialen Medien ausweiten könnte.

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Die einstweilige Verfügung blockiert vorerst die Inhalte des Fake-Profils, während das Verfahren läuft. Sollte Böhmermann erfolgreich sein, könnte eine weitere Klage X zwingen, die mit dem Betrugsaccount erzielten Einnahmen preiszugeben. Sein Vorgehen könnte zudem einen Präzedenzfall schaffen, wie Plattformen mit monetarisierter Desinformation unter falscher Identität umgehen müssen.