Generation Z unzufrieden: Warum junge Menschen das Verkehrssystem hinterfragen
Salvatore HarloffGeneration Z unzufrieden: Warum junge Menschen das Verkehrssystem hinterfragen
Eine neue Studie des ADAC, Deutschlands größtem Automobilclub, zeigt, wie junge Menschen Verkehrsmittel bewerten. Forscher befragten fast 8.000 Deutsche im Alter von 16 bis 27 Jahren zu ihren Mobilitätsgewohnheiten und -wünschen. Die Ergebnisse offenbaren eine deutliche Lücke zwischen dem aktuellen Angebot und den tatsächlichen Bedürfnissen der Generation Z.
Laut Umfrage sind nur 10 Prozent der befragten jungen Erwachsene mit den heutigen Verkehrsoptionen zufrieden. Schnelligkeit, Zuverlässigkeit und Bezahlbarkeit stehen für sie an oberster Stelle – Umweltaspekte landen dagegen weit hinten: Nur 12 Prozent messen ihnen große Bedeutung bei.
Öffentliche Verkehrsmittel bleiben dennoch weit verbreitet: 59 Prozent nutzen Busse oder Bahnen mindestens einmal pro Woche, 48 Prozent sind regelmäßig auf das Auto angewiesen. Doch die Frustration über Verspätungen und Ausfälle wächst. Die 20-jährige Lara hat wegen der Unzuverlässigkeit der Züge auf Schienenverkehr verzichtet und plant nun, sich ein Auto zu kaufen. Auch der 19-jährige Auszubildende Luca kritisiert die Pünktlichkeit der Bahnen und möchte sich ein eigenes Fahrzeug anschaffen.
Flexibilität und Komfort spielen ebenfalls eine große Rolle: 61 Prozent wünschen sich Zugang zu verschiedenen Verkehrsmitteln. Gleichzeitig befürworten 44 Prozent den Ausbau autonomer Fahrzeuge und digitaler Mobilitätslösungen. Die Studie unterstreicht den Bedarf an modernen, anpassungsfähigen Systemen, die besser zum Lebensstil junger Menschen passen.
Im ländlichen Raum zeigt sich ein gemischtes Bild: In Kevelaer (Nordrhein-Westfalen) verbindet seit mindestens 2002 ein stündlich verkehrender Bürgerbus den Bahnhof mit lokalen Zielen wie dem Freizeitpark Irrland – ohne jüngere Aktualisierungen. Andere Regionen treiben die Verbesserungen voran: Baden-Württemberg strebt etwa 30-Minuten-Takte an, Schleswig-Holstein will bis 2027 stillgelegte Strecken reaktivieren. Doch seit 2024 haben einige Bundesländer Früh- und Spätverbindungen gestrichen, um Kosten zu sparen. Parallel läuft die Elektrifizierung: Ab 2026 sollen im Bereich des RNN 60 E-Busse zum Einsatz kommen.
Die ADAC-Studie macht deutlich: Die Generation Z wünscht sich schnellere, zuverlässigere und flexiblere Verkehrsangebote. Angesichts der wachsenden Abkehr vom Schienenverkehr wegen häufiger Verspätungen könnte der Trend zum eigenen Auto zunehmen. Gleichzeitig zeigt das Interesse an digitalen und autonomen Lösungen, dass junge Menschen neuen Technologien offen gegenüberstehen – vorausgesetzt, sie erfüllen ihre Anforderungen.






