Gemeinsames Essen verbindet Geflüchtete und Hamburger beim Welcome Dinner
Toralf ZänkerGemeinsames Essen verbindet Geflüchtete und Hamburger beim Welcome Dinner
Ein türkisches Ehepaar, das in Hamburg Schutz sucht, hat kürzlich im Rahmen der Initiative Welcome Dinner mit Einheimischen gemeinsam gegessen. Kadir und Sevgi, die vor politischer Verfolgung in der Türkei flohen, nahmen an einem sonntäglichen Treffen in Eimsbüttel teil. Die Veranstaltung sollte Neuankömmlinge und Bewohner beim gemeinsamen Essen und im Gespräch zusammenbringen.
Kadir, ein Elektroingenieur, kam mit seiner Familie nach Deutschland, nachdem er in der Türkei unter politischem Druck gestanden hatte. Zurzeit leben sie mit anderen Geflüchteten in einer Gemeinschaftsunterkunft, hoffen aber bald in eine eigene Wohnung ziehen zu können. Ihre beiden Söhne haben sich gut eingelebt, besuchen die Schule und gewöhnen sich an das Leben in Hamburg.
Das Paar nahm an dem Abendessen teil, das von der 37-jährigen Laura Trager ausgerichtet wurde, und brachte selbstgemachte Börek mit. Die Welcome Dinner-Initiative fördert lockere, gleichberechtigte Begegnungen zwischen Einheimischen und Neuankömmlingen – oft am Küchentisch. Teilnehmer erhalten jeden Freitag per E-Mail aktuelle Informationen über anstehende Treffen.
Auf ihrem Höhepunkt im Jahr 2015 organisierte der Verein wöchentlich etwa 120 solche Zusammenkünfte. Mittlerweile ist die Zahl auf etwa 20 bis 30 Veranstaltungen pro Jahr gesunken. Unterdessen verbessern Sevgi und Kadir in einem C1-Sprachkurs weiter ihre Deutschkenntnisse, was ihnen die Integration in ihre neue Gemeinschaft erleichtert.
Das Welcome Dinner-Projekt schafft weiterhin Verbindungen – wenn auch in kleinerem Rahmen als früher. Für Familien wie die von Kadir und Sevgi bieten diese Treffen die Möglichkeit, Beziehungen aufzubauen, während sie sich in Deutschland einleben. Die gelungene Integration der Söhne und die Sprachfortschritte der Eltern spiegeln ihre Bemühungen wider, ein neues Leben zu beginnen.






