GAG Köln verordnet Mietern Raumtemperatur
Kölner Wohnungsbaugesellschaft GAG schreibt Raumtemperaturen für Mieter vor
Teaser: 20 Grad tagsüber, 17 Grad nachts: Die Kölner Wohnungsbaugesellschaft GAG hat in fast allen ihren Wohnungen die Heizung gedrosselt.
19. Dezember 2025, 18:25 Uhr
Die GAG Immobilien in Köln hält die Heizleistung in nahezu allen ihren Wohnungen auch nach der Entspannung der Energiekrise auf niedrigem Niveau. Das Unternehmen begründet dies mit Kosteneinsparungen und Ressourcenschutz. Doch besonders ältere Mieter leiden nun unter kühlen Räumen – vor allem am Abend.
Die Regelung stößt bei einem Mietrechtsexperten auf Kritik: Die GAG hätte die Bewohner vor der dauerhaften Umsetzung konsultieren müssen.
Ende 2022 hatte die GAG unter dem Titel „Gemeinsam durch die Energiekrise“ mitgeteilt, dass die reduzierte Beheizung eine Energiesparmaßnahme sei. Seither werden die meisten Wohnungen tagsüber auf 20 °C und nachts auf 17 °C geheizt. Nur in Demenz-Wohngruppen, Kitas und Seniorenheimen liegen die Temperaturen etwas höher – bis zu 23 °C am Tag und 20 °C in der Nacht.
Einige ältere Mieter wie Jürgen Eil und Karin Weiland klagen über die Kälte in ihren Wohnungen, besonders abends. Erst nach einer Überprüfung der Heizungsrohre im Keller ihres Hauses durch einen GAG-Techniker wurde es in ihren Wohnungen spürbar wärmer. Der Anwalt Jakob Kreutzer wies darauf hin, dass Vermieter gesetzlich nur Mindesttemperaturen gewährleisten müssen – ein Anspruch auf höhere Raumtemperaturen bestehe für Mieter nicht. Dennoch kritisierte er, dass die GAG die Bewohner nicht vor der dauerhaften Festlegung der neuen Regelung einbezogen habe.
Ein Unternehmenssprecher, Jörg Fleischer, bestätigte, dass keine generelle Anhebung der Heizkurven oder Solltemperaturen geplant sei. Der Vorstand der GAG verteidigt die Maßnahme mit dem Argument, dass niedrigere Einstellungen helfen, Kosten zu kontrollieren und Ressourcen effizienter zu nutzen. Das Unternehmen besteht darauf, dass die Regelung trotz der Entspannung der Energiekrise weiterhin notwendig sei.
Die gedrosselte Heizung bleibt damit in den meisten GAG-Wohnungen bestehen. Ältere Mieter in schlecht gedämmten Häusern haben weiterhin Schwierigkeiten, es warm genug zu haben. Die GAG betont indes, dass die aktuellen Einstellungen einen Ausgleich zwischen Kostendämpfung und grundlegendem Wohnkomfort darstellten.






