Frauen in Minden fordern mehr Sicherheit am Bahnhof Löhn – doch was bringt die Modernisierung 2025?
Janin FinkeFrauen in Minden fordern mehr Sicherheit am Bahnhof Löhn – doch was bringt die Modernisierung 2025?
Frauen in Minden fühlen sich am Bahnhof Löhn unsicher – besonders nach Einbruch der Dunkelheit
Anwohnerinnen in Minden äußern zunehmend Bedenken wegen des Sicherheitsgefühls am Bahnhof Löhn, vor allem in den Abend- und Nachtstunden. Sie fordern bessere Beleuchtung, Videoüberwachung und eine umfassende Neugestaltung des Areals, um eine einladendere Atmosphäre zu schaffen.
Die Stadt hat bereits erste Maßnahmen ergriffen: So wurden besonders gefährdet wahrgenommene Bereiche erfasst, und für Anfang 2025 ist ein großer Modernisierungsstart geplant.
Andrea Heimbruch gehört zu den Frauen, die den Bahnhof Löhn nachts allein meiden. Viele berichten von Unbehagen aufgrund schlecht ausgeleuchteter Wege und von Gruppen, die sich häufig am Hintereingang aufhalten. Zwar verweist die Polizei darauf, dass die tatsächliche Kriminalitätsrate niedrig bleibt – vor allem Fahrraddiebstähle werden gemeldet –, doch das subjektive Unsicherheitsgefühl bleibt bestehen.
Um das Problem anzugehen, führte Minden eine sogenannte Angstkarte ein, die 68 Orte ausweist, an denen sich Menschen besonders bedroht fühlen. Die Karte markiert vor allem dunkle Ecken und Stellen, an denen sich häufig Männergruppen versammeln. Bürgerinnen und Bürger können unsichere Zonen zudem über das städtische Mängelmelde-system melden.
Eine grundlegende Umgestaltung des Bahnhofs Löhn ist nun in Planung, der Baubeginn ist für Februar 2025 vorgesehen. Geplant sind ein barrierefreier, lebendiger Raum mit einer Bibliothek und regelmäßigen Veranstaltungen, um die Anonymität zu verringern. Marie Fischer, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, organisiert zudem Nightwalk-Aktionen, bei denen Frauen sich abends sicherer im öffentlichen Raum bewegen sollen.
Auch andere deutsche Städte haben ähnliche Schritte unternommen. In Berlin wurden im Juli 2025 Notrufmelder, erweiterte Videoüberwachung und ein Waffenverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln eingeführt. An Brennpunkten wie dem Kottbusser Tor gibt es seitdem strengere Polizeikontrollen. Dortmund setzt seit 2009 auf gemeinsame Streifen mit über 3.000 Einsatzstunden im Jahr 2025 – mit sinkenden Kriminalitätszahlen. In Essen griff die Bundespolizei Anfang 2026 am Hauptbahnhof ein, nachdem es vermehrt Belästigungsvorfälle gegeben hatte.
Allein im Netz der Dortmunder DSW21 überwachen rund 500 Kameras die Stationen, ergänzt durch sensorgesteuerte Türen und Notrufstellen. Wiederholt auffällige Personen können zudem mit Hausverbot belegt werden, um die Sicherheit weiter zu erhöhen.
Die Neugestaltung des Bahnhofs Löhn zielt darauf ab, durch bessere Sichtverhältnisse, Überwachung und eine stärkere Nutzung durch die Gemeinschaft das Unsicherheitsgefühl zu verringern. Mit Baubeginn Anfang 2025 wird sich zeigen, ob architektonische Veränderungen die wahrgenommene Bedrohung mindern können. Die Erfahrungen anderer Städte deuten darauf hin, dass eine Kombination aus Technik, Präsenz und Bürgerbeteiligung Bahnhöfe für alle Nutzerinnen und Nutzer sicherer machen kann.






