Ford baut 1.000 Stellen in Köln ab – Elektroauto-Flaute zwingt zum Sparen
Salvatore HarloffDer Schreckgespenst der Entlassungen verschwindet bei Ford - Ford baut 1.000 Stellen in Köln ab – Elektroauto-Flaute zwingt zum Sparen
Ford hat seit Jahresbeginn fast 1.000 Produktionsstellen in seinem Kölner Werk abgebaut. Der Schritt folgt auf die schwache Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und ist Teil einer umfassenden Kostensenkungsstrategie. Da die Sparziele nun erreicht sind, konnte das Unternehmen betriebsbedingte Kündigungen vermeiden.
Die Stellenstreichungen gehen auf ein Programm zurück, das im vergangenen Sommer vereinbart wurde und 2.900 Arbeitsplätze betrifft. Rund 2.100 Mitarbeiter haben sich für ein freiwilliges Ausscheiden entschieden, während weitere 800 Stellen an neue Investoren übergehen sollen. Nach Abschluss des Prozesses wird die Belegschaft in Köln auf unter 9.000 sinken – gegenüber etwa 10.500 heute und einem deutlichen Rückgang gegenüber 18.000 im Jahr 2019.
Ford hat Milliarden in die Modernisierung des Werks für die Elektroauto-Produktion investiert. Dennoch blieben die Absatzzahlen der E-Fahrzeuge hinter den Erwartungen zurück, was das Unternehmen zu Einsparungen zwang. Für die 800 umzusiedelnden Arbeitsplätze wurden zwar drei potenzielle Investoren identifiziert, doch die Suche läuft noch bis Juni 2026. Unklar bleibt, welche Unternehmen Interesse zeigen und wie viele sich auf Werkzeugbau oder Druckguss spezialisieren werden.
Durch die Kürzungen hat Ford seine Sparvorgaben ohne Zwangsentlassungen erfüllt. Nun strebt das Unternehmen die Rückkehr in die Gewinnzone an, während es sich an die langsamer als erwartet wachsende Nachfrage nach Elektroautos anpasst. Die Belegschaft im Kölner Werk wird künftig mit weniger Personal arbeiten – ein Zeichen für die tiefgreifenden Veränderungen in der Automobilbranche.