"Fleischwolf": ARD-Serie seziert Popkultur zwischen Ruhm, Rap und Satire
Salvatore Harloff"Fleischwolf": ARD-Serie seziert Popkultur zwischen Ruhm, Rap und Satire
In der ARD-Mediathek ist die neue 12-teilige Serie Fleischwolf gestartet. Die Produktion begleitet Zino Markarian und Andrej Filatow auf ihrer Jagd nach Reichtum und Ruhm in der Popkultur – eine Mischung aus Satire und scharfer Gesellschaftskritik, die Themen wie Rap, Männlichkeitsbilder und den Kult um den selbst gemachten Erfolg seziert.
Gleich zu Beginn setzt die Serie mit einer skurrilen Einleitung den Ton: Filatow fährt auf einem E-Scooter durchs Kanalwasser, verfolgt von KI-generierten Wölfen, während ein Bär am Berliner Fernsehturm schwingt. Dieser surrealistische Auftakt kündigt eine Show an, die die moderne Popkultur schonungslos "durch den Wolf dreht" – und dabei schonungslos ihre Absurditäten offenlegt.
Markarian und Filatow spielen fiktionalisierte Versionen ihrer selbst, gründen eine Produktionsfirma und lassen sich von fragwürdigen Coaches beraten. Ihre Reise führt sie von Medienbashing bis zu den Absurditäten der Influencer-Kultur. Doch die erste Folge zog bereits Kritik auf sich – wegen des fast vollständigen Fehlens weiblicher Dialoge und einiger umstrittenen Witze.
Über 40 Gäste haben Auftritte, darunter Comedian Felix Lobrecht, Rapper SSIO sowie die Schauspieler Ski Aggu und Kida Khodr Ramadan. Die Serie lotet Sprache, Humor und Klassenunterschiede aus, während sie gleichzeitig die Exzesse von Ruhm und Reichtum auf die Schippe nimmt. Bis 2026 wächst ihr kultureller Einfluss: Ein satirischer Bestseller namens Mettkäppchen und der böse Fleischwolf erscheint, und Comedy-Acts beziehen sich in ihren Programmen auf die Serie.
Fleischwolf wirft einen chaotischen, oft kritischen Blick auf Ehrgeiz und Popkultur. Zwar sorgt ihr Humor wie ihre Satire bereits für Gesprächsstoff, doch bleibt die Serie ein gewagtes Experiment im ARD-Programm. Ob sie die Debatten über Influencer-Kultur oder Hip-Hop nachhaltig prägt, wird sich noch zeigen.