22 February 2026, 08:20

Flaschenpost von 2015 entfacht uralte Tradition neu – von Kolumbus bis heute

Eine Schwarzweiß-Gravur eines Bootes mit Menschen darauf, umgeben von Pflanzen und Hügeln, mit der Inschrift "Die Reise der Reisen der britischen Inseln" unten.

Flaschenpost von 2015 entfacht uralte Tradition neu – von Kolumbus bis heute

Eine Flaschenpost, die 2015 von einem Kreuzfahrtschiff aus ins Meer geworfen wurde, hat das Interesse an einer jahrhundertealten Tradition neu entfacht. Die Praxis reicht mehr als 500 Jahre zurück, wobei Christoph Kolumbus zu ihren frühesten dokumentierten Nutzern zählte. Im Laufe der Zeit dienten diese treibenden Botschaften den unterschiedlichsten Zwecken – von wissenschaftlichen Studien bis hin zur Spionage in Kriegszeiten.

Der Brauch, Nachrichten in Flaschen zu versenden, begann im Jahr 1493, als Christoph Kolumbus während seiner Reise zwischen Madeira und Gran Canaria eine solche nutzte. Im 19. Jahrhundert erkannten Wissenschaftler ihren Wert für die ozeanografische Forschung. Zwischen 1864 und 1936 setzte die Deutsche Seewarte (das heutige Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie) rund 2,26 Millionen Flaschen im Meer aus. Nur etwa 46.000 – etwa zwei Prozent – wurden jemals wiedergefunden, manche nach Reisen über gewaltige Distanzen. Eine Flasche aus dem Jahr 1906 etwa spülte 1935 in der Nähe von Westaustralien an Land, mehr als 14.000 Kilometer von ihrem Startpunkt in Hamburg entfernt.

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Doch nicht immer waren Flaschenposts harmlos. Im 16. Jahrhundert wurden sie mitunter für Spionagezwecke genutzt, was für die Finder gelegentlich tödliche Folgen hatte. Moderne Beispiele sind dagegen weit weniger düster. 2015 warfen Jörg und Cornelia Wanke von der Star Flyer aus eine Flasche ins Meer – einem 115 Meter langen Segelkreuzfahrtschiff mit 3.365 Quadratmetern Segelfläche. Das Schiff, an Bord befanden sich 170 Passagiere, war auf hoher See, als das Paar seine Botschaft den Wellen anvertraute.

Die Tradition der Flaschenposts hat sich von Navigationshilfen zu wissenschaftlichen Instrumenten und persönlichen Gesten gewandelt. Zwar kehren die meisten nie zurück, doch die wenigen, die es tun, enthüllen erstaunliche Reisen über die Ozeane. Noch heute bleiben sie eine schlichte, aber beständige Verbindung zwischen Fremden und fernen Küsten.