Finanzminister rechtfertigt umstrittenen Influencer-Auftritt bei BVB-Event in Dortmund
Toralf ZänkerFinanzminister verteidigt Auftritt von Lottomillionär - Finanzminister rechtfertigt umstrittenen Influencer-Auftritt bei BVB-Event in Dortmund
Finanzminister verteidigt Auftritt eines Lotto-Millionärs
Finanzminister verteidigt Auftritt eines Lotto-Millionärs
- Dezember 2025
Eine vom Land geförderte Veranstaltung in Dortmund hat für Diskussionen gesorgt, nachdem ein umstrittener Influencer ohne Bezahlung daran teilgenommen hat. Kürşat "Chico" Yıldırım, bekannt für seine kriminelle Vergangenheit, war im Dezember 2025 zur "Fankurve"-Veranstaltung im BVB-Stadion eingeladen worden. Die Entscheidung stieß bei Oppositionspolitikern auf Kritik, während die Organisatoren seine Teilnahme verteidigten.
Die "Fankurve"-Veranstaltung fand im Dortmunder BVB-Stadion statt und zog 1.600 junge Fachkräfte aus der Finanzverwaltung an. Nordrhein-Westfalens Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) hatte Yıldırım eingeladen und verwies dabei auf dessen große digitale Reichweite und lokale Verbindungen zu Dortmund. Optendrenk betonte zudem, dass der Influencer besonders bei schwer erreichbaren Zielgruppen Anklang finde.
Später tauchten Fotos auf, die Yıldırım gemeinsam mit Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) zeigen. Die Gesamtkosten der Veranstaltung beliefen sich auf rund 177.000 Euro brutto, wobei die Ausgaben für etwa 6.000 Teilnehmer gedeckt wurden. Auf Nachfrage des FDP-Landesvorsitzenden Ralf Witzel bestätigte Optendrenk die Summe, hob jedoch den Wert der Veranstaltung für die Ansprache junger Fachkräfte hervor.
Witzel kritisierte Yıldırıms Beteiligung und verwies auf dessen selbst eingeräumte Vorstrafen und Haftvergangenheit. Er schlug stattdessen junge Spitzensportler vor, die sich in Dortmund auf die Rhein-Ruhr-Olympiade vorbereiten, als alternative Botschafter. Yıldırım berichtete unterdessen eigenständig über die Veranstaltung in den sozialen Medien – ohne offizielle inhaltliche Vorgaben oder eine Vergütung für seine Teilnahme.
Die Veranstaltung fand trotz Bedenken wegen Yıldırıms Hintergrund mit seiner unentgeltlichen Teilnahme statt. Die Organisatoren blieben bei ihrer Entscheidung und betonten seinen Einfluss auf jüngere Zielgruppen. Die Debatte dreht sich nun darum, ob öffentliche Veranstaltungen Personen mit umstrittenen Vergangenheit einbinden sollten.






