Fasana kämpft ums Überleben: Übernahme scheitert, Insolvenz droht
Fasana vor ungewisser Zukunft: Übernahme gescheitert, Insolvenz droht
Der traditionsreiche Tissue-Hersteller Fasana aus Euskirchen steht nach dem Scheitern eines Übernahmeversuchs vor einer ungewissen Zukunft. Das seit über einem Jahrhundert tätige Unternehmen hatte Anfang Juni Insolvenz angemeldet – eine Folge explodierender Energiekosten, wirtschaftlicher Belastungen und eines schwerwiegenden Cyberangriffs. Nun bangt das Unternehmen um sein Überleben, während die Verhandlungen weitergehen.
Die Probleme begannen vor vier Monaten, als Fasana erstmals gegen die drohende Insolvenz kämpfte. Doch die finanzielle Schieflage verschärfte sich durch stark gestiegene Energiekosten, ein schwieriges Marktumfeld und den Cyberangriff – im Juni sah sich das Unternehmen schließlich gezwungen, Gläubigerschutz zu beantragen. Zwei internationale Großunternehmen zeigten zunächst Interesse an einer Übernahme und weckten damit Hoffnungen bei den Beschäftigten.
Doch das Geschäft platzte, weil der Grundstückseigentümer einen Preis forderte, der das Dreifache des geschätzten Unternehmenswerts von Fasana betrug. Da das Werksgelände nicht im Besitz des Unternehmens ist, gestalteten sich die Verhandlungen zusätzlich schwierig. Geschäftsführer Karsten Beisert bleibt weiterhin im Gespräch mit der Stadt Euskirchen, um in letzter Minute eine Lösung zu finden. Gleichzeitig gibt er die Bemühungen nicht auf, den Eigentümer zu einer Neuverhandlung der Konditionen zu bewegen.
Für den folgenden Tag ist eine Betriebsversammlung angesetzt, bei der die Mitarbeiter über den aktuellen Stand informiert werden sollen. Der Insolvenzverwalter Dr. Dirk Wegener sowie der Betriebsratsvorsitzende Dieter Höller wollten sich unterdessen nicht weiter zu den laufenden Gesprächen äußern.
Ohne einen Käufer in Sicht und mit dem ungelösten Streit um das Grundstück steht nun das über 100-jährige Bestehen von Fasana auf dem Spiel. Die Belegschaft wartet auf Klarheit über ihre Arbeitsplätze, während Beisert weiterhin alle möglichen Wege prüft, um das Unternehmen zu retten.






