15 January 2026, 15:08

„Extrawurst“: Wenn ein Gasgrill die Gemüter im Tennisclub erhitzt

Ein Plakat f├╝r 'The West Indian Comedy' im Theatre Royal in Drury Lane, das ein Schwarz-Wei├č-Bild eines Mannes mit Zylinder und einer Frau in einem langen Kleid zeigt, die beide l├Ącheln und in die Kamera blicken, mit dem Titel in fetter, wei├čer Schrift.

Schauspieler spricht ├╝ber allt├Ąglichen Rassismus - „Extrawurst“: Wenn ein Gasgrill die Gemüter im Tennisclub erhitzt

"Extrawurst": Chaotische Grill-Debatte und kulturelle Konflikte ab 15. Januar im Kino

Am 15. Januar kommt die deutsche Komödie Extrawurst in die Kinos und bringt eine turbulente Geschichte über kulturelle Zusammenstöße auf die Leinwand. Basierend auf dem gleichnamigen Bühnenstück folgt der Film einem Tennisclub, dessen Sommerfest durch einen harmlosen Vorschlag – einen separaten Weber Grill – in eine erbitterte Debatte eskaliert. Fahri Yardım, der in der Rolle des Erol – des einzigen türkisch-muslimischen Mitglieds des Clubs – zu sehen ist, sprach kürzlich in einem Interview mit spot on news über seine Figur, Cancel Culture und den Umgang mit Alltagsrassismus.

In Extrawurst löst Erols Bitte um einen eigenen Gasgrill, um seinen religiösen Speisevorschriften gerecht zu werden, eine hitzige Diskussion über Integration, Religion und Identität aus. Der Streit bedroht bald nicht nur das Fest, sondern die Zukunft des gesamten Clubs. Yardım, der in jeder seiner Rollen Teile seiner eigenen Persönlichkeit entdeckt, kennt Erols Kampf nur zu gut: wider Willen zum Sprecher seiner Community zu werden, wenn die Stimmung kippt.

An der Seite von Christoph Maria Herbst und Hape Kerkeling – der als Heribert, der unnachgiebige Clubvorsitzende, zu sehen ist – zeigt Yardım auch Humor in Bezug auf seine eigenen Vorlieben. Obwohl er Vegetarier ist, gesteht er schmunzelnd, dass er türkische sucuk jederzeit der bayerischen Weißwurst vorziehen würde. Über den Film hinaus sprach der Schauspieler offen über Alltagsrassismus. Er entscheidet bewusst, wem er seine Aufmerksamkeit schenkt, und sieht Beleidigungen eher als Ausdruck der inneren Konflikte des Gegenübers denn als Angriffe auf seinen eigenen Wert. Zudem hinterfragte Yardım den Begriff „Cancel Culture“ und plädierte dafür, dass Menschen lieber nachdenken sollten, bevor sie urteilen – statt vorschnell zu verurteilen.

Extrawurst feiert seine Kinopremiere als scharfsinnige, aber humorvolle Auseinadersetzung mit kulturellen Spannungen in einer kleinen Gemeinschaft. Fahri Yardıms Darstellung des Erol verleiht der Geschichte Tiefe und unterstreicht die Fragen nach Identität und Zugehörigkeit. Seine persönlichen Reflexionen über Rassismus und gesellschaftliche Debatten machen dabei deutlich, wie aktuell die Thematik des Films ist.

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