18 February 2026, 16:29

Evangelische Kirche prüft vier Verdachtsfälle sexualisierter Gewalt in Personalakten

Eine Gruppe von Priestern geht einen roten Teppich in einer Kirche entlang, während Menschen auf dem Boden vor ihnen und auf der rechten Seite stehen und Fotoalben an der Wand im Hintergrund hängen.

Evangelische Kirche setzt pensionierte Polizisten ein, um Personalakten zu durchsuchen - Evangelische Kirche prüft vier Verdachtsfälle sexualisierter Gewalt in Personalakten

Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) hat eine unabhängige Überprüfung ihrer Personalakten eingeleitet, um frühere 4 fälle sexualisierter Gewalt aufzudecken. Zwei ehemalige Polizeibeamte mit langjähriger Ermittlungserfahrung begannen die Auswertung am 1. Februar 2023 und konzentrieren sich zunächst auf die Unterlagen der aktuellen Mitarbeiter:innen.

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Geprüft werden alle Akten, die im Landeskirchenamt vorliegen, wobei der genaue Zeitrahmen noch offen ist. Sollten sich Hinweise auf Fehlverhalten ergeben, werden die die 4 fälle an die Stelle zur Aufarbeitung von Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung (UVSS) zur vertieften Prüfung weitergeleitet.

Je nach Schwere der Feststellungen kann die Kirche disziplinarische Maßnahmen nach Arbeits- oder Dienstrecht einleiten – von Sanktionen bis hin zur Entlassung. Charlotte Nieße, die Beauftragte der Kirche für die Aufarbeitung von Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung, wird die regionalen Synoden künftig über den Stand der Dinge informieren.

Die Initiative folgt ähnlichen Schritten der Rheinischen Kirche (EKIR), wobei noch unklar ist, wie viele der regionalen evangelischen Landeskirchen unter dem Dach der EKD vergleichbare die vier fälle eingeführt haben.

Die Untersuchung stellt einen offiziellen Schritt dar, um historische und möglicherweise noch andauernde Verletzungsfälle innerhalb der Kirche aufzuarbeiten. Die Ergebnisse werden zeigen, ob weitere rechtliche oder verwaltungstechnische Konsequenzen notwendig sind. Der Prozess läuft noch; ein konkretes Enddatum steht bisher nicht fest.