Essen plant Doppelhaushalt 2027/2028 und profitiert von 610 Millionen Schuldenentlastung
Agata HübelEssen plant Doppelhaushalt 2027/2028 und profitiert von 610 Millionen Schuldenentlastung
Die Stadt Essen bereitet sich darauf vor, für die Jahre 2027/2028 einen zweijährigen Haushalt zu verabschieden – ein weiterer Schritt im Rahmen ihrer laufenden finanziellen Neuordnung. Im Zuge des nordrhein-westfälischen Entlastungsprogramms für Kommunen übernimmt das Land Liquiditätskredite in Höhe von rund 610,7 Millionen Euro, was die angespannte Haushaltslage Essens spürbar entlastet. Mit dieser Maßnahme sollen die Planungsstabilität verbessert, Verwaltungskosten gesenkt und gleichzeitig strenge Haushaltskontrollen aufrechterhalten werden.
Die Teilnahme Essens am Schuldenentlastungsprogramm basiert auf dem Altlasten-Entlastungsgesetz, das dem Land ermöglicht, bestehende Liquiditätsdarlehen zu übernehmen. Allein für das Jahr 2026 erwartet die Stadt dadurch Einsparungen bei den Zinszahlungen in Höhe von etwa 11,7 Millionen Euro.
Der Wechsel zum zweijährigen Haushalt bringt mehrere Neuerungen mit sich. So bedürfen künftig alle Ausgaben über 5.000 Euro einer vorherigen Genehmigung im Rahmen des sogenannten Visaverfahrens der Kämmerei, was eine strengere finanzielle Kontrolle gewährleisten soll. Gleichzeitig wird der bürokratische Aufwand für Stadtverantwortliche und politische Berater verringert, da die Berichtspflichten vereinfacht werden.
Der Entwurf für den Doppelhaushalt 2027/2028 wird dem Essener Rat am 16. September 2026 vorgelegt. Die abschließenden Beratungen und die Abstimmung sind für den 18. November 2026 vorgesehen. Die verlängerte Haushaltsperiode ermöglicht eine klarere langfristige Planung, insbesondere für kreditfinanzierte Projekte im zweiten Jahr.
Durch die Übernahme der 610,7 Millionen Euro an Krediten durch das Land gewinnt Essen mehr finanzielle Spielräume, ohne dabei die Haushaltsdisziplin zu lockern. Die zweijährige Haushaltsstruktur erhöht die Transparenz und reduziert den Verwaltungsaufwand. Die endgültige Entscheidung des Stadtrats im November 2026 wird diese Änderungen für den Finanzzeitraum 2027/2028 formal besiegeln.






