DVV feuert zwei Vorstandsmitglieder nach Gehaltsaffäre und Justizbehinderung
Toralf ZänkerExorbitante Gehälter für Betriebsräte? DVV-Chefs entlassen - DVV feuert zwei Vorstandsmitglieder nach Gehaltsaffäre und Justizbehinderung
Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft entlässt zwei Vorstandsmitglieder nach Gehaltsaffäre
Die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV) hat zwei Vorstandsmitglieder nach Vorwürfen wegen Unregelmäßigkeiten bei Gehaltszahlungen entlassen. Der Skandal kam ans Licht, nachdem ein anonymer Hinweis die Stadtbehörden zu Ermittlungen veranlasst hatte. Die Staatsanwaltschaft durchsuchte daraufhin die Wohnungen der beiden kommunalen Führungskräfte und beschlagnahmte Beweismaterial im Zusammenhang mit dem Fall.
Auslöser der Affäre war ein anonymer Hinweisgeber, der auf mögliche Verstöße bei den Vergütungen von Betriebsratsmitgliedern aufmerksam machte. Die DVV, einer der größten Arbeitgeber Duisburgs mit über 4.500 Beschäftigten, stützt sich bei Personalentscheidungen stark auf den Betriebsrat. Ermittler vermuten nun, dass mehrere Ratsmitglieder Leistungen erhalten haben, die deutlich über den üblichen Standards lagen.
Die beiden beschuldigten Manager hatten zunächst zugestimmt, vorübergehend zurückzutreten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen jedoch vor, später versucht zu haben, die Ermittlungen zu behindern – unter anderem durch die angebliche Anweisung an Mitarbeiter, Dokumente zu vernichten. Nun prüfen die Behörden zusätzliche Vorwürfe, darunter Anstiftung zur Beweismanipulation und Justizbehinderung.
Sören Link, Oberbürgermeister von Duisburg und Vorsitzender des Aufsichtsrats der DVV, reagierte mit der Beauftragung einer externen Kanzlei, die eine unabhängige Überprüfung durchführen soll. Im Fokus stehen mögliche Verstöße gegen das Vertrauensverhältnis sowie Verletzungen des deutschen Betriebsverfassungsgesetzes. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass bei den Durchsuchungen in den Wohnungen der Manager Dokumente, Datenträger und Mobiltelefone sichergestellt wurden.
Die Ermittlungen dauern an; die Staatsanwaltschaft wertet weiterhin Beweise für finanzielle Unregelmäßigkeiten und Behinderung der Justiz aus. Die DVV hat bisher keine Änderungen in der internen Kommunikation oder Personalpolitik nach den Entlassungen bekannt gegeben. Das Ergebnis des Falls könnte Auswirkungen darauf haben, wie das Unternehmen künftig Transparenz und Compliance steuert.






