Düsseldorfer Brustzentrum schließt: 'Was soll ich tun, wenn ich Krebs erneut bekomme?'
Agata HübelDüsseldorfer Brustzentrum schließt: 'Was soll ich tun, wenn ich Krebs erneut bekomme?'
Düsseldorfs Brustkrebszentrum im Luisenkrankenhaus schließt bis zum 31. Dezember 2025
Die Brustkrebsklinik des Luisenkrankenhauses in Düsseldorf wird Ende 2025 ihre Türen schließen. Hintergrund ist die bundesweite Krankenhausreform, die größere, spezialisierte Zentren gegenüber kleineren Einrichtungen bevorzugt. Patienten und Mitarbeiter stehen nun vor unsicherer Zukunft – sowohl in puncto Versorgung als auch Arbeitsplätze.
Die Klinikleitung betonte, seit März versucht zu haben, die Schließung abzuwenden. Bisher gibt es jedoch keine bestätigten Alternativen für die laufende Behandlung der Patientinnen. Über 50 Beschäftigte, darunter Ärzte und Pflegekräfte, bangt um ihre Jobs.
Regina Ullmann, eine medizinische Fachangestellte der Klinik, kritisierte die mangelnde Transparenz. Viele Mitarbeiter erfuhren erst spät von der Entscheidung und hätten kaum Zeit, sich vorzubereiten. Auch die Gewerkschaft Verdi äußerte Bedenken und fragte, ob nahegelegene Krankenhäuser die Patientinnen nahtlos übernehmen könnten. Für Betroffene mitten in der Therapie bedeutet die Schließung, neue Behandlungsmöglichkeiten zu finden und sich an unbekannte Ärzte zu gewöhnen. Karin Rinklake, eine 77-jährige Krebspatientin, die dort 14 Jahre lang behandelt wurde, fürchtet nun um ihre weitere Betreuung. Mit der Klinik verschwindet auch ihr Ruf für Einfühlungsvermögen und individuelle Unterstützung.
Ziel der Krankenhausreform ist es, durch Zentralisierung die Effizienz zu steigern. Kritiker warnen jedoch, dass vertraute, kleinere Einrichtungen wie das Luisenkrankenhaus dabei wertvolle Patientenbeziehungen verlieren könnten.
Die Schließung hinterlässt bei Patienten und Mitarbeitern offene Fragen. Unklar ist, wo die Behandlungen fortgesetzt werden und ob die Versorgungsqualität gleich bleibt. Die Auswirkungen der Reform auf spezialisierte Kliniken bleiben für die Betroffenen ein zentrales Problem.






