Dramé-Brüder droht Abschiebung trotz laufendem Berufungsverfahren in Deutschland
Agata HübelDramé-Brüder droht Abschiebung trotz laufendem Berufungsverfahren in Deutschland
Sidy und Lassana Dramé droht trotz laufender juristischer Auseinandersetzungen um den Tod ihres Bruders Mouhamed Lamine Dramé in Dortmund die Abschiebung aus Deutschland. Mouhamed Lamine Dramé war am 8. August 2022 bei einem polizeilichen Einsatz während einer psychischen Krise tödlich von der Polizei erschossen worden. Den Brüdern, die seit Jahren in Nordrhein-Westfalen leben, wurde mitgeteilt, dass ihre Aufenthaltserlaubnis nicht über den 31. Januar 2026 hinaus verlängert werde.
Das Dortmunder Ausländeramt lehnte eine Verlängerung der ursprünglich bis zum 28. Oktober 2025 gültigen Aufenthaltstitel ab. Ihre Pässe wurden beschlagnahmt, um eine mögliche Abschiebung zu gewährleisten. Die Anwältin Lisa Grüter bestätigte die Entscheidung und erklärte, das Amt argumentiere, die Brüder könnten sich vom Senegal aus über ihren Rechtsvertreter am Berufungsverfahren beteiligen.
Im Mittelpunkt des Falls steht der Tod von Mouhamed Lamine Dramé, der bei dem Polizeieinsatz getötet wurde. Seine Brüder werfen den Behörden vor, der Einsatz sei fehlerhaft durchgeführt worden und der Tod hätte vermieden werden können. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Familie Dramé haben gegen den Freispruch der fünf beteiligten Beamten Berufung eingelegt; der Fall liegt nun beim Bundesgerichtshof (BGH).
Unterstützer, darunter das Welthaus Dortmund e.V., fordern eine dauerhafte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis für Sidy und Lassana. Sie betonen, die Brüder seien für die juristische und politische Aufarbeitung des Vorfalls von zentraler Bedeutung. In einem offenen Brief mehrerer Organisationen wird ihre Rolle in den laufenden Verfahren sowie ihr langjähriges Leben in Deutschland hervorgehoben.
Trotz ihres Engagements hält das Ausländeramt eine Teilnahme am Berufungsverfahren aus der Ferne für ausreichend. Bislang hat keine andere deutsche Stadt außer Dormagen öffentlich über Initiativen zur Ehrung von Mouhameds Gedächtnis diskutiert – die Zukunft der Brüder bleibt ungewiss.
Nun warten die Brüder auf eine endgültige Entscheidung über ihren Aufenthaltsstatus, während das juristische Verfahren weiterläuft. Eine Abschiebung würde sie aus Deutschland entfernen, noch während der Berufungsprozess um den Tod ihres Bruders läuft. Das Ergebnis wird entscheiden, ob sie in dem Land bleiben dürfen, das sie seit Jahren als ihre Heimat betrachten.






