03 February 2026, 04:15

Dortmunds neuer OB Kalouti: Integration, Sicherheit und ein gespaltener Stadtrat

Ein Platz mit Gebäuden, Fenstern, Geländern, Bäumen, Bänken, Mülltonnen, Pfählen, Drähten und dekorativen Fahnen unter einem klaren blauen Himmel.

Dortmunder OB Kalouti: Bildung hat zentrale Bedeutung - Dortmunds neuer OB Kalouti: Integration, Sicherheit und ein gespaltener Stadtrat

Alexander Kalouti hat fast 100 Tage als Dortmunder Oberbürgermeister amtiert – der erste CDU-Politiker in diesem Amt seit fast 80 Jahren. Geboren in Beirut und in Süddeutschland aufgewachsen, führt er nun eine Stadt mit einem zersplitterten Stadtrat nach den Wahlen im September 2024. Seine Schwerpunkte liegen auf Sicherheit, Bildung und der Gewährleistung gleicher Chancen für alle Bürgerinnen und Bürger.

Kaloutis Familiengeschichte spiegelt sein Engagement für Integration wider. Sein palästinensischer Vater floh aus Jerusalem zunächst in den Libanon, bevor er sich in Deutschland niederließ, während seine deutsche Mutter aus der DDR in den Westen übersiedelte. Wiederholt betont er, dass seine politischen Werte darauf abzielen, jedem Menschen – unabhängig von Herkunft oder Religion – faire Möglichkeiten zu eröffnen.

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Die Wahlen im September veränderten die Machtverhältnisse im Dortmunder Stadtrat grundlegend. Die SPD unter Kaloutis Vorgängerin erreichte 37,6 Prozent der Stimmen (2020: 32,8 Prozent) und stellt nun 37 Sitze. Die Grünen fielen auf 19,2 Prozent (25 Sitze) zurück, während die CDU mit 22,4 Prozent (22 Sitze) stabil blieb. Die rechtspopulistische AfD legte auf 12,1 Prozent (12 Sitze) zu, kleinere Parteien wie die FDP verloren an Einfluss. Da keine Partei die absolute Mehrheit hält, steht Kalouti vor einem gespaltenen 81-köpfigen Gremium – eine Herausforderung für die Regierungsfähigkeit.

Seit Amtsantritt konzentriert er sich auf Sicherheit und Bildung. Ein einwöchiges Pilotprojekt mit verstärkter Präsenz von Ordnungskräften und Polizei stieß bei Anwohnern und Unternehmen auf Zustimmung. Zudem setzt er sich für höhere Investitionen in die frühkindliche Bildung und Schulen ein, um Personalmangel zu bekämpfen und die Sprachförderung zu verbessern.

Eine Zusammenarbeit mit der AfD schließt Kalouti trotz der schwierigen Mehrheitsbildung kategorisch aus. Stattdessen wirbt er für sachliche Debatten über städtische Probleme – ohne Parolen oder Dämonisierung. Selbst Bundeskanzler Friedrich Merz lobte er für dessen direkte Art, Missstände anzusprechen.

Die ersten Amtshandlungen des neuen Oberbürgermeisters unterstreichen seinen Fokus auf pragmatische Lösungen für Dortmund. Sein Werdegang und seine Politik deuten auf einen lösungsorientierten Regierungsstil hin, doch der zersplitterte Stadtrat wird seine Umsetzungskraft auf die Probe stellen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich seine Prioritäten in nachhaltige Veränderungen für die Stadt übersetzen lassen.