Digitalpakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang
Janin FinkeDigitalpakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang
DigitalPakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen die Einigung – doch die Mängelliste bleibt lang
Solingen – Nach über einem Jahr Stillstand gibt es endlich Bewegung bei der digitalen Ausstattung der Schulen: Bund und Länder haben sich auf den DigitalPakt 2.0 verständigt. In Solingen wird die Entscheidung grundsätzlich begrüßt – doch von Euphorie kann keine Rede sein. Zu viele Baustellen gibt es noch, zu zahlreich sind die Geräte, die seit Langem defekt in den Regalen stehen.
Die Bundesregierung und die Länder haben den DigitalPakt 2.0 beschlossen – ein mit 4,5 Milliarden Euro ausgestattetes Programm zur Modernisierung der digitalen Infrastruktur an Schulen. Der auf fünf Jahre angelegte Förderplan soll Planungssicherheit für Projekte wie in Solingen bieten. Doch es bleiben Zweifel, ob die Mittel ausreichen, um den wachsenden Anforderungen der digitalen Bildung gerecht zu werden.
Monatelang herrschte in Solingen Unsicherheit, da Verzögerungen Schulen daran hinderten, defekte Geräte zu reparieren oder zu ersetzen. Kaputte Technik wurde zum Alltag, unterbrach den Unterricht und frustrierte das Personal. Die neue Vereinbarung wird zwar begrüßt, doch vor Ort zeigt man sich zurückhaltend, was ihre Reichweite betrifft.
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE), eine führende Bildungsgewerkschaft, drängt auf zügige Umsetzung, um bürokratische Hürden zu vermeiden. Die Schulen bräuchten mehr als nur neue Hardware, so der Verband: Eine KI-taugliche Infrastruktur, moderne Lehrmethoden und gezielte Fortbildungen für Lehrkräfte seien unverzichtbar. Zudem warnt der VBE davor, dass Länder die Bundesmittel nutzen könnten, um bestehende Kosten zu decken – statt in echte Neuerungen zu investieren. Angesichts des mit 4,5 Milliarden Euro deutlich geringer dotierten Budgets (im Vergleich zum Vorgängerprogramm) fordert der Verband bereits jetzt Gespräche über einen DigitalPakt 3.0. Ziel ist es, eine erneute Finanzierungslücke zu verhindern und die digitale Bildung langfristig abzusichern.
Der DigitalPakt 2.0 bietet Schulen in Solingen und bundesweit zwar eine klarere Perspektive für die nächsten fünf Jahre. Doch das gekürzte Budget und mögliche Schlupflöcher bei der Mittelvergabe werfen Fragen nach seiner Wirksamkeit auf. Die Forderung nach einem Nachfolgeabkommen zeigt: Weitere Investitionen werden nötig sein, um die Herausforderungen der modernen Bildung wirklich zu bewältigen.






