02 February 2026, 16:21

Dieter Nuhr zerpflückt Politik, Bildung und Trump mit beißendem Witz

Ein aufgeschlagenes Buch mit dem Titel "Geschichte Deutschlands" zeigt eine Schwarz-Weiß-Illustration einer Stadtlandschaft mit Gebäuden, Menschen und Himmel, begleitet von Text.

Dieter Nuhr: Merz hat gerade erst angefangen - vielleicht sogar in drei Jahren - Dieter Nuhr zerpflückt Politik, Bildung und Trump mit beißendem Witz

Dieter Nuhr, einer der bekanntesten Satiriker Deutschlands, hat in einem aktuellen Interview seine scharfsinnigen Ansichten zu Politik, Bildung und Wirtschaft geteilt. Mit vier Jahrzehnten auf der Bühne und einer langjährigen ARD-Sendung blickt er zurück auf frühere Bundeskanzler, die heutige Regierung und sogar den globalen Einfluss von Donald Trump.

Nuhr begann mit einem Augenzwinkern zur Länge des Gesprächs – er habe ja "noch gar nicht richtig angefangen". Seine Karriere umfasst mehrere deutsche Regierungschefs, doch besonders fasziniert zeigt er sich derzeit von Friedrich Merz. Der stieg 2022 vom Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU zum Parteichef auf und wurde im Februar 2026 schließlich Bundeskanzler. Nuhr beschreibt ihn als jemanden, der "erst richtig in Fahrt kommt" – und genau das mache ihn so spannend: seine Unberechenbarkeit.

Auf der internationalen Bühne bezeichnete Nuhr Donald Trump als "großen Redner", räumte aber ein, dass der ehemalige US-Präsident prägende Ereignisse angestoßen habe. In der deutschen Politik übt er hingegen scharfe Kritik an der aktuellen Regierung – auch wenn er die satirischen Möglichkeiten der alten Ampelkoalition fast ein wenig vermisst. Außenminister Johann Wadephul muss sich Vorwürfe gefallen lassen: Wiederholte diplomatische Patzer und ein Mangel an Fingerspitzengefühl seien sein Markenzeichen.

Auch wirtschaftliche Sorgen standen im Fokus. Nuhr argumentiert, dass Investoren Deutschland nicht nur wegen hoher Löhne den Rücken kehren, sondern wegen tieferliegender Produktivitätsprobleme. Doch seine schärfsten Worte reserviert er für das Bildungssystem, das er als "großen Reinfall" bezeichnet. Schulabgänger seien oft schlecht auf ein Studium vorbereitet. Seine Lösung? Mehr strukturierten Unterricht – und deutlich weniger Hausaufgaben.

Nächstes Jahr jährt sich Nuhrs Bühnenjubiläum zum 40. Mal – ein langes Wirken als politischer Kommentator und Satiriker. Seine jüngsten Äußerungen zeigen: Die Frustration über Bildungspolitik, Diplomatie und Wirtschaft bleibt. Ob zu Merz, Trump oder Deutschlands Zukunft – seine Beobachtungen sind wie eh und je pointiert und schonungslos.

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