03 February 2026, 02:15

Die Grünen reformieren ihre Machtstrukturen – doch der Widerstand wächst

Eine steinige Hügellandschaft mit einer markanten Felsformation in der Mitte, umgeben von Gras und Pflanzen.

Die Grünen reformieren ihre Machtstrukturen – doch der Widerstand wächst

Die Grünen stehen vor einer umfassenden Reform ihrer internen Strukturen. Die Parteiführung will die Satzung modernisieren und damit die Entscheidungsprozesse sowie die Machtverteilung innerhalb der Partei neu gestalten. Doch die geplanten Änderungen stoßen bereits jetzt auf Widerstand bei einigen Mitgliedern.

Eine eigens eingesetzte Kommission hat Vorschläge vorgelegt, die Hürden für die Einreichung von Anträgen auf Parteitagen erhöhen sollen. Bisher ermöglicht der niedrige Schwellenwert eine Flut an Initiativen, was nach Ansicht der Partei zu Verwirrung und Verzögerungen führt. Parallel dazu soll ein System der "Mitgliederversammlungen" eingeführt werden – angelehnt an Bürgerräte –, um der Basis eine strukturiertere Mitsprachemöglichkeit zu geben.

Die Reformen könnten auch die Führungsstrukturen verändern. Einer der Pläne sieht vor, die Position des politischen Geschäftsführers zu einem Generalsekretär aufzuwerten, während ein weiterer Vorschlag die Befugnisse des Parteirats stärken soll. Diese Anpassungen sind Teil einer langjährigen internen Debatte über Entscheidungsprozesse. Bereits 2002 hatte eine knappe Mitgliederabstimmung die Regeln für die gleichzeitige Ausübung von Partei- und Parlamentsämtern gelockert – trotz anfänglicher Streitigkeiten über die erforderliche Mehrheit.

Nicht alle unterstützen die geplanten Änderungen. Der langjährige Aktivist Thomas Griesehop droht mit einem Austritt, falls die basisdemokratischen Strukturen geschwächt werden. Kleinere Strömungen wie die Unabhängige Grüne Linke haben das bestehende System in der Vergangenheit genutzt, um eigene Positionen durchzusetzen – etwa bei Formulierungen zum Lieferkettengesetz oder zu Klimazahlungen. Nun steht die Partei vor der Herausforderung, Effizienz und Mitbestimmung der Basis in Einklang zu bringen.

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Die Reformen werden zeigen, ob es den Grünen gelingt, ihre rund 180.000 Mitglieder hinter der neuen Struktur zu einen. Bei einer Annahme könnten die Änderungen die Entscheidungsprozesse beschleunigen, gleichzeitig aber die Einflussmöglichkeiten der Basis verringern. Das Ergebnis hängt davon ab, wie die Mitglieder in den anstehenden Abstimmungen reagieren.