05 April 2026, 01:02

Deutschlands Goldschatz im Ausland: 177 Milliarden Euro – doch wie sicher sind sie?

Ein altes deutsches Aktienzertifikat mit goldenem Rand und schwarzer Schrift, gerahmt mit einem schwarzen Rand.

Deutschlands Goldschatz im Ausland: 177 Milliarden Euro – doch wie sicher sind sie?

Die im Ausland gelagerten Goldreserven Deutschlands haben sich seit 2005 von 13,6 Milliarden Euro auf heute rund 177 Milliarden Euro gesteigert. Dieser enorme Anstieg hat die Sorgen über die Risiken einer solchen Vermögenslagerung im Ausland verschärft. Immer lauter werden nun Forderungen nach einer Rückholung der Bestände, angetrieben von Ängsten vor Kontrahentenrisiken und sich verschärfenden geopolitischen Spannungen.

Gold gilt seit jeher als sichere Wertaufbewahrung, frei von den Kontrahentenrisiken, die mit Papierwährungen verbunden sind. Im Gegensatz zu Banknoten oder Anleihen besitzt physisches Gold einen intrinsischen Wert – ein Prinzip, das der Finanzier J.P. Morgan 1912 prägnant auf den Punkt brachte: "Gold ist Geld – alles andere ist Kredit." Diese Unterscheidung gewinnt angesichts des seit zwei Jahrzehnten steigenden Goldpreises zunehmend an Bedeutung und erhöht die Risiken für Investoren und Staaten gleichermaßen.

Die historische Erfahrung Deutschlands mit der Hyperinflation der 1920er-Jahre hat tiefgreifende Spuren in der deutschen Haltung zu Gold hinterlassen. Die im Ausland gelagerten Reserven, einst von weit geringerer Bedeutung, stellen heute ein weitaus größeres potenzielles Verlustrisiko dar, sollte der Zugang jemals unterbrochen werden. Zwar betont Bundesbank-Präsident Joachim Nagel das Vertrauen in die Sicherheit der Tresore der US-Notenbank in New York, doch Kritiker argumentieren, dass geopolitische Unsicherheiten die Rückführung zu einer Frage nationaler Souveränität machen.

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Die Risiken der Goldlagerung – selbst im Inland – wurden durch spektakuläre Vorfälle wie den Raubüberfall auf eine Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen deutlich, bei dem Diebe einen Banktresor ins Visier nahmen. Solche Zwischenfälle zeigen, dass Versicherungen allein nicht immer ausreichend vor Verlusten schützen. Gleichzeitig sind Anleger in "Papiergold"-Produkten wie Xetra-Gold oder Euwax-Gold weiterhin Kontrahentenrisiken ausgesetzt, da es sich dabei im Kern um Forderungen gegen einen Emittenten handelt – und nicht um direkten Besitz des Edelmetalls.

Aktuell lagern rund 1.710 Tonnen des deutschen Goldes in Frankfurt, der Rest verteilt sich auf New York (1.236 Tonnen) und London (405 Tonnen). Keine anderen ausländischen Institutionen verwahren die Reserven des Landes. Dennoch gewinnt die Debatte über eine vollständige Rückholung weiter an Fahrt.

Der steigende Wert der deutschen Goldreserven hat sowohl die finanziellen als auch die politischen Implikationen ihrer Lagerung verschärft. Da die Bundesbank keine Pläne für eine Rückführung verfolgt, dreht sich die Diskussion weiterhin um die Abwägung zwischen dem Vertrauen in ausländische Institutionen und dem Wunsch nach voller Kontrolle. Für Investoren bleibt die Unterscheidung zwischen physischem Gold und papiergestützten Alternativen ein zentraler Faktor – und damit das Thema Kontrahentenrisiko weiterhin von größter Bedeutung.

AKTUALISIERUNG

Taxpayers' Group Demands Immediate Repatriation of 1,236 Tonnes from New York

The Steuerzahlerbund has called for the urgent return of Germany's 1,236-tonne New York gold reserves, valued at over 100 billion euros, citing geopolitical risks. - Bundesbank President Joachim Nagel remains confident in the Fed's security. - Critics argue delays heighten exposure to international tensions.