Deutsche Post und DHL kämpfen mit Rekordbeschwerden trotz globaler Expansion
Janin FinkeDeutsche Post und DHL kämpfen mit Rekordbeschwerden trotz globaler Expansion
Deutsche Post und DHL geraten wegen Servicequalität zunehmend in die Kritik
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres verzeichneten die Aufsichtsbehörden fast 23.000 Beschwerden gegen das Unternehmen – ein Anstieg um 13 Prozent im Vergleich zu 2023. Währenddessen treibt die Deutsche Post ihre globale Expansion voran: Ein neues Logistikzentrum für 130 Millionen Euro ist in Saudi-Arabien geplant.
Die Unzufriedenheit der Kunden nimmt zu, wobei 89 Prozent der Beschwerden sich direkt gegen Deutsche Post und DHL richten. Die Bundesnetzagentur unter Leitung von Klaus Müller hat das Unternehmen vor möglichen Strafen gewarnt, falls es die gesetzlichen Vorgaben für sein Filialnetz nicht einhält. Die Probleme bestehen bereits seit Jahren, obwohl DHL im globalen Logistikmarkt eine starke Position innehat.
Trotz der Kritik bleibt DHL führend im Express- und Paketdienst: Für 2024 meldete das Unternehmen einen Umsatz von 84,2 Milliarden Euro – ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit einem Marktanteil von etwa 18 Prozent im Luftfrachtbereich übertrifft DHL Konkurrenten wie Kuehne+Nagel und DB Schenker, die mit Lieferkettenstörungen zu kämpfen haben. Während sich andere Anbieter auf See- und Luftfracht konzentrieren, profitiert DHL vom E-Commerce-Boom.
Die Expansion geht in Schlüsselmärkten weiter: Eine DHL-Tochter wird 130 Millionen Euro in ein neues Logistikzentrum in Riad, Saudi-Arabien, investieren. Der Baubeginn ist für Anfang 2026 vorgesehen. In Deutschland prüfen die Behörden derzeit den Vorschlag der Deutschen Bank, einige Filialen durch automatisierte Paketstationen zu ersetzen – allerdings nur, wenn das Unternehmen nachweist, dass es zuvor versucht hat, physische Standorte zu erhalten.
Die Deutsche Bank muss die anhaltenden Serviceprobleme lösen, sonst drohen finanzielle Sanktionen. Die globale Expansion, etwa mit dem neuen Hub in Saudi-Arabien, unterstreicht zwar die Stärke des Konzerns in der Logistik. Doch der regulatorische Druck im Inland bleibt eine Herausforderung, während die Kundenzufriedenheit weiter sinkt.






